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GrĂśnland
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Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH
GrĂśnland (grĂśnländisch Kalaallit Nunaat [], dänisch Grønland []) ist ein politisch selbstverwalteter Bestandteil des KĂśnigreichs Dänemark. Der Ăźberwiegende Teil der Landesfläche besteht aus der grĂśĂten Insel der Erde, gelegen im Nordatlantik bzw. Arktischen Ozean. Das Gebiet, das geografisch zu Nordamerika und geologisch zu dessen arktischer Teilregion gezählt wird, verfĂźgt Ăźber die nĂśrdlichste Landfläche der Erde und ist nur spärlich besiedelt.
Die gesamte BevÜlkerung lebt entlang der Kßste, vor allem im Westen des Landes. GrÜnland war in vorkolonialer Zeit von Inuit bewohnt, bevor es ab 1721 von Dänemark-Norwegen kolonisiert wurde und 1814 an Dänemark fiel. Es wird heute hauptsächlich von Kalaallit bewohnt, die gemischter inuitisch-skandinavischer Abstammung sind.
Nachdem das Land Ăźber zwei Jahrhunderte lang eine abgeschottete Kolonie war, die hauptsächlich dazu diente, Europa mit tierischen Ălen zu versorgen, bildete sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts ein grĂśnländisches Nationalbewusstsein, welches nach dem Zweiten Weltkrieg den Wunsch nach Selbstbestimmung wachsen lieĂ. Daraufhin wurde GrĂśnland 1953 âdekolonisiertâ und in das KĂśnigreich Dänemark eingegliedert, woraufhin umfangreiche ModernisierungsmaĂnahmen ergriffen wurden, die zu einer Umwälzung der bis dahin traditionell lebenden Gesellschaft fĂźhrten.
Daraus resultierten soziale Probleme, die bis heute den grĂśnländischen Diskurs prägen und unter anderem den Wunsch nach mehr Autonomie wachsen lieĂen. Daraufhin erhielt GrĂśnland 1979 Autonomie, die 2009 ausgeweitet wurde. Seither herrscht in Ăffentlichkeit und Politik eine Debatte Ăźber die vollständige Unabhängigkeit.
Als autonomer Bestandteil des KÜnigreichs Dänemark hat GrÜnland eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament und ist in den meisten Bereichen politisch von Dänemark unabhängig. Die vollständige Unabhängigkeit wird jedoch derzeit mehrheitlich als unrealistisch aufgefasst, da GrÜnland wirtschaftlich nahezu vollständig von der Fischerei lebt und mit seiner geringen, aber stark verstreut siedelnden BevÜlkerung und dem daraus resultierenden Defizit zwischen staatlichen Einnahmen und Ausgaben finanziell von dänischen Subventionen abhängig ist.
Contents
⢠Name
⢠Geographie
⢠Landschaftsform
⢠Geologie
⢠Klima
⢠Fauna
⢠BevÜlkerung
⢠Zusammensetzung
⢠Ethnien
⢠Sprachen
⢠Religion
⢠Geschichte
⢠Politik
⢠Allgemeines
⢠Regierung
⢠Parlament
⢠Wirtschaft
⢠Allgemeines
⢠Bergbau
⢠Tourismus
⢠Infrastruktur
⢠Verkehr
⢠Versorgung
⢠Gesellschaft
⢠Bildung
⢠Medien
⢠Kultur
⢠Kunst
⢠Kleidung
⢠Musik
⢠Theater und Film
⢠Literatur
⢠Kßche
⢠Architektur
⢠Sport
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Name
Der Name GrĂśnland ist die deutsche Schreibung des dänischen Grønland, das wĂśrtlich Ăźbersetzt âGrĂźnlandâ bedeutet. Dieser Name geht auf altwestnordisch GrĹnland zurĂźck. Erik der Rote hatte das Land bei seiner Ankunft in SĂźdgrĂśnland im späten 10. Jahrhundert so genannt, nach der ĂslendingabĂłk von Ari Ăorgilsson deswegen, weil es âdie Leute ermutigen wĂźrde, dorthin zu gehen, da das Land einen guten Namen hatteâ.
Die Geschichte von Ari wurde mit dem AufblĂźhen der isländischen Literaturtradition im 13. Jahrhundert wieder aufgegriffen und taucht u. a. in der LandnĂĄmabĂłk und in der EirĂks saga rauða auf. FĂźr Adam von Bremen dagegen, der ferne Länder oft fabelhaft beschrieb, hatte das Land seine Bezeichnung von seinen Bewohnern erhalten, die durch das Meerwasser, an dem sie wohnten, eine grĂźnliche Färbung annahmen.cite-ref-3[3]
Die grĂśnländischsprachige Eigenbezeichnung ist Kalaallit Nunaat, was Ăźbersetzt âLand der Kalaallitâ bedeutet und damit eine Ableitung von der Volksbezeichnung der Kalaallit (Sg. Kalaaleq) darstellt. Es ist weitgehend akzeptiert, dass es sich hierbei um eine Entlehnung aus dem altnordischen skrĂŚlingr handelt, das an die grĂśnländische Phonotaktik angepasst wurde. Der Begriff wurde in der Wikingerzeit genutzt, um die in GrĂśnland und Kanada lebenden Inuit zu bezeichnen. Im Labrador-Dialekt des Inuktitut findet sich gleichermaĂen der bereits im 18. Jahrhundert belegte Begriff karaaliq zur Bezeichnung eines GrĂśnländers. Auch im GrĂśnländischen war im 18. Jahrhundert noch die Form mit r belegt, das aber in LehnwĂśrtern Ăźblicherweise zu l wurde.cite-ref-4[4]
Auf GrĂśnländisch ist es Ăźblich, GrĂśnland nicht beim offiziellen Namen, sondern als Nunarput (âUnser Landâ; vergleiche entsprechend Nunavut) zu bezeichnen, was sich flektiert in zahlreichen Namen fĂźr Institutionen wie Nunatta Katersugaasivia Allagaateqarfialu (âDas Museum und Archiv unseres Landesâ), Nunatta Atuagaateqarfia (âDie Bibliothek unseres Landesâ) oder Nunatta Isiginnaartitsisarfia (âDas Theater unseres Landesâ) wiederfindet.cite-ref-5[5] Diese Bezeichnung ist bereits bei Otto Fabricius in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt, der aber auch Kalaallit Nunaat als Alternativbezeichnung nennt.cite-ref-6[6]
Geographie
Einteilung nach Himmelsrichtungen
Begriffe wie âNordgrĂśnlandâ, âSĂźdgrĂśnlandâ etc. sind nicht eindeutig definiert und werden je nach geografischem und historischem Kontext sehr unterschiedlich gebraucht. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand das kolonisierte GrĂśnland nur aus der WestkĂźste. Sie war ab 1782 in die zwei Inspektorate NordgrĂśnland und SĂźdgrĂśnland unterteilt, wobei die Grenze zwischen Attu im Norden und Sisimiut im SĂźden verlief. Mit der Kolonisierung der auĂerhalb WestgrĂśnlands liegenden Gebiete und offiziell seit 1950 wurden die bisherigen Landesteile Nord- und SĂźdgrĂśnland zu WestgrĂśnland (Kitaa) zusammengefasst und um OstgrĂśnland (Tunu) und NordgrĂśnland (Avanersuaq) ergänzt. Diese verloren später mit der rechtlichen Gleichstellung aller Landesteile wieder an Bedeutung.
Das unbewohnte Gebiet nĂśrdlich des bewohnten OstgrĂśnlands mit dem Nordost-GrĂśnland-Nationalpark ist als âNordostgrĂśnlandâ bekannt. Mit âSĂźdgrĂśnlandâ wird meist das Gebiet der Kommune Kujalleq bezeichnet. âNordgrĂśnlandâ kann hingegen je nach Herkunft des Sprechers das Gebiet des alten Inspektorats oder nur das Gebiet nĂśrdlich der Halbinsel Nuussuaq bezeichnen. Letzteres wird auch als âNordwestgrĂśnlandâ bezeichnet, wobei dieser Begriff auch nur auf den Landesteil NordgrĂśnland (Avanersuaq) bezogen sein kann.
Landschaftsform
Allgemeines
GrĂśnland reicht von 59° 46ⲠnĂśrdlicher Breite am Kap Farvel (nur etwa 50 km nĂśrdlicher als die SĂźdspitze Norwegens) bis 83° 40ⲠnĂśrdlicher Breite an der Kaffeklubben Ă beim Kap Morris Jesup und ist 2670 km lang. Die Breite beträgt maximal 1050 km vom Kap Alexander im Westen bis Nordostrundingen im Osten. GrĂśnlands NordkĂźste ist mit 740 km Abstand die dem Nordpol am nächsten gelegene grĂśĂere zusammenhängende Landmasse.cite-ref-8[7.1] Seit dem Jahr 2022 besitzt GrĂśnland auf der Hans-Insel eine Landgrenze zu Kanada.
Das gesamte grĂśnländische Inland ist von einem Eisschild bedeckt, der auf einem teils unter dem Meeresspiegel liegenden Becken ruht. Er macht vier FĂźnftel der Landesfläche aus. Die eisfreien KĂźstenbereiche machen rund 410.000 km² aus und sind in der Fläche damit etwas grĂśĂer als Deutschland.cite-ref-trap2022-11-9-0[8] Angaben zur Gesamtfläche GrĂśnlands variieren zwischen 2.166.086 km²cite-ref-twf-10-0[9] und 2.486.000 km².cite-ref-trap2022-11-9-1[8]
Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean (auch Arktik oder Nordpolarmeer) mit seinen Randmeeren Lincolnsee und Wandelsee. Im Osten grenzt sie an die GrĂśnlandsee (je nach Betrachtung ein Randmeer der Arktik oder des Atlantiks), an DänemarkstraĂe und Irmingersee, im Westen an die Baffin Bay, DavisstraĂe und Labradorsee, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht GrĂśnland in die sehr zerklĂźftete und weitläufige Inselwelt der KĂśnigin-Elisabeth-Inseln Ăźber. Dort ist GrĂśnland durch die Nares-StraĂe, die die Baffin Bay mit der Lincolnsee verbindet und bereits zum Arktischen Ozean gehĂśrt, von Ellesmere Island (Teil der KĂśnigin-Elisabeth-Inseln) getrennt.cite-ref-11[7.2]
Auf Weltkarten wird GrÜnland oft stark verzerrt dargestellt. Da es nicht mÜglich ist, die Oberfläche der kugelfÜrmigen Erde ohne Verzerrungen auf eine flache Karte abzubilden, kann eine Weltkarte nicht zugleich längentreu, flächentreu und winkeltreu sein. In der winkeltreuen klassischen Mercator-Projektion erscheint die Insel GrÜnland mit ihren rund 2,2 Mio. km² infolge hoher geografischer Breite ßberaus groà dargestellt, verglichen etwa mit Kontinenten wie Afrika (30 Mio. km²) oder Australien (8,6 Mio. km²). In der flächentreuen Peters-Projektion erscheint GrÜnland demgegenßber in Nord-Sßd-Richtung deutlich gestaucht.
KĂźstengeografie
Der eisfreie KĂźstenstreifen ist unterschiedlich breit, teilweise reicht das Inlandseis bis an die KĂźste. Vor allem im Westen und Osten ist die KĂźste von mehreren tausend Fjorden, Buchten und Meerengen zerschnitten, und der Hauptinsel sind unzählige Inseln und Schären vorgelagert. Dadurch verlängert sich die grĂśnländische KĂźstenlänge auf etwa 44.000 km (MaĂstab 1:250.000, siehe KĂźstenlänge #Messung von KĂźstenlängen).cite-ref-12[10]
Der Norden und Nordwesten GrĂśnlands um den Distrikt Qaanaaq ist geprägt von bis zu 100 km breiten Gletschern wie dem Humboldt Gletsjer sowie eisfreien KĂźstenbereichen, denen nur wenige Inseln vorgelagert sind. SĂźdlicher liegt die Melville-Bucht und im Anschluss daran der Distrikt Upernavik, dessen Festlandbereich vollständig vom Inlandeis bedeckt ist, mit hunderten meist kleinen vorgelagerten Inseln. Weiter sĂźdlich sind der Distrikt Uummannaq und die Diskobucht nur von wenigen grĂśĂeren Inseln gesäumt. Der eisfreie KĂźstenstreifen ist hier durchschnittlich etwa 20 km breit. Im zentralen WestgrĂśnland ist dieser bis zu knapp 200 km breit und von ebenso langen Fjorden und hunderten kleinen vorgelagerten Inseln geprägt. Nach SĂźden hin verringert sich die Breite auf etwa 50 km. SĂźdgrĂśnland ist noch etwas stärker von Fjorden zerfurcht. Hier ist das Land etwa 70 bis 120 km landeinwärts eisfrei. Die grĂśnländische OstkĂźste hat kaum eisfreie Bereiche und nur wenige, kleinere Inseln. Im Nordosten erreicht der KĂźstenstreifen wieder Breiten von bis zu 200 km und ist von langen Fjorden und groĂen Inseln gezeichnet.
Die grĂśnländischen Fjorde gehĂśren zu den grĂśĂten und tiefsten der Welt. Rund 150 Fjorde mĂźnden direkt ins Meer und die meisten haben zahlreiche Nebenfjorde, die sie speisen. Der Kangertittivaq in OstgrĂśnland ist mit einer Länge von 300 km, einer Breite von 40 km, einer Fläche von rund 10.000 km² und einer Tiefe von bis zu 1450 m bzw. bis zu 1000 m in seinen elf Nebenfjorden der grĂśĂte der Welt. Die Fjorde frieren im Winter zu, ebenso wie die meisten umliegenden Meeresgebiete. Eine Ausnahme bilden SĂźdwestgrĂśnland und einige Polynjas. Das winterliche Meereis hat sich in den letzten Jahrzehnten stark zurĂźckgezogen.cite-ref-13[7.3]cite-ref-trap2022-58-64-14-0[11]
Siehe auch
:
Liste grÜnländischer Fjorde
In die Fjorde mĂźnden häufig Gletscher, die wie der Jakobshavn IsbrĂŚ gewaltige Mengen Eis ins Meer kalben. Das schmelzende Eis speist unzählige Bäche, FlĂźsse und Seen, die eigene Ăkosysteme bilden.cite-ref-trap2022-53-58-15-0[12]
Siehe auch
:
Liste grÜnländischer Seen
Die grĂśĂte Nebeninsel GrĂśnlands ist die 8578 km² groĂe Diskoinsel in der Diskobucht in WestgrĂśnland.cite-ref-13-1[7.3] Die InselkĂźsten sind grĂśĂtenteils massive relativ steile FelskĂźsten, aber vor allem auf dem Festland, wo Schmelzwasser und Wellen Sedimente transportieren kĂśnnen, gibt es Flussdeltas und Sandstrände.cite-ref-16[13]
Siehe auch
:
Liste grÜnländischer Inseln
Bis auf einige kleinflächige Regionen an der Westkßste (etwa an der sßdlichen Disko-Bucht) ist das Hinterland aller Kßsten GrÜnlands von Gebirgen geprägt, die vielfach Hochgebirgscharakter haben. Richtung Inland ragen oft nur noch die steilsten Gipfelbereiche als Nunatat aus dem Eis. Der hÜchste Berg ist der Gunnbjørn Fjeld in OstgrÜnland mit 3694 m HÜhe.cite-ref-13-2[7.3]
Siehe auch
:
Liste von Bergen in GrĂśnland
Inlandsgeografie
â
Hauptartikel
:
GrÜnländischer Eisschild
Das grĂśnländische Inland ist vollständig von einem bis zu 3200 m mächtigen, durchschnittlich 1800 m starken Eisschild bedeckt. Er ist der zweitgrĂśĂte Eisschild des Planeten, nur Ăźbertroffen vom stellenweise mehr als 4800 m dicken antarktischen Eisschild. Mit einem Volumen von rund 3 Mio. kmÂł kĂśnnte er ganz Deutschland unter einer Ăźber acht Kilometer dicken Eisschicht begraben. Jährlich fällt Schnee in den zentralen Bereichen, der mit der Zeit zu Eis verdichtet wird und sich dann langsam bergab in KĂźstenrichtung bewegt, wo er in den wärmeren Bereichen abschmilzt oder als Eisberge ins Meer kalbt. Dieser Prozess dauert Ăźblicherweise rund 10.000 Jahre. Durch Untersuchungen lässt sich das Alter des Eises wie bei Jahresringen von Bäumen bestimmen, allerdings ist das Eis in den tieferen Bereichen bereits so verdichtet, dass das älteste so bestimmbare Eis nur 130.000 Jahre alt ist.cite-ref-trap2022-26-30-17-0[14]
Die Vereisung setzte vor etwa 2,7 Millionen Jahren ein. Damals setzte durch die SchlieĂung der Landenge von Panama eine neue Phase des känozoischen Eiszeitalters ein, die Gebirge im Osten der Insel waren hoch genug gehoben worden und die Insel in ausreichende Polnähe geraten, um die bis heute anhaltende Vergletscherung auszulĂśsen.cite-ref-18[15] Das Festland unter dem Inlandeis liegt bedingt durch die Last des Eisschilds teilweise bis zu 200 Meter unter dem Meeresspiegel.cite-ref-neuelandkarte-19-0[16]cite-ref-trap2022-26-30-17-1[14] Das Makrorelief unter dem Eis konnte durch moderne Radartechnik mit der Auswertung der Ergebnisse der Operation IceBridge der NASA von 2009 bis 2019 kartografiert werden.cite-ref-20[17] Darin befindet sich auch der 2013 entdeckte Grand Canyon von GrĂśnland, der mit mindestens 750 km Länge, 10 km Breite und 800 m Tiefe grĂśĂer als der Grand Canyon im Westen der USA ist.cite-ref-21[18]
Durch die globale Erwärmung ist das grÜnländische Inlandeis einem kontinuierlichen Abschmelzprozess ausgesetzt. Zwischen 2011 und 2014 verlor der Eisschild auf GrÜnland im Schnitt etwa 269 Mrd. Tonnen (ca. 293 km³) Eis pro Jahr.cite-ref-22[19] Der Massenverlust hat sich seit den 1980er Jahren versechsfacht.cite-ref-23[20] Wßrde das gesamte Inlandeis GrÜnlands (2,85 Mio. km³) schmelzen, wßrde der Meeresspiegel weltweit um 7,4 Meter steigen. Von der Eislast befreit wßrde die Insel in ihren Zentralbereichen, die bisher teilweise unter den Meeresspiegel gedrßckt sind, durch postglaziale Landhebung um rund 800 Meter aufsteigen.cite-ref-neuelandkarte-19-1[16]
Siehe auch
:
Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis #Der schmelzende grÜnländische Eisschild
Geologie
Der GrÜnländische Schild begann sich vor etwa 3,9 bis 2,6 Milliarden Jahren im Archaikum zu bilden, während die jßngeren Teile des Schilds etwa 1,8 Milliarden Jahre alt sind und somit aus dem Paläoproterozoikum stammen.cite-ref-nh-24-0[21] Der archaische Schild macht heute noch den sßdwestlichen und sßdÜstlichen Teil der Insel aus. Die ältesten Teile lassen sich in der Region Isua nordÜstlich von Nuuk finden, wo in einem Grßnsteingßrtel im Isua-Gneis in bis zu 3,7 Mrd. Jahre alten Gesteinen Hinweise auf Leben gefunden wurden, was der älteste bekannte Nachweis fßr Leben ßberhaupt wäre. Die paläoproterozoischen Teile des Schilds befinden sich im restlichen Teil der Westkßste sowie im zentralen OstgrÜnland. Der Schild konsolidierte sich vor etwa 1700 bis 1900 Millionen Jahren durch einen Zusammenstoà einer Kontinentalplatte von Sßden, die in einer Gebirgsbildung die nÜrdlicheren Gesteine zusammendrßckte und somit verband. Dieser Zusammenstoà lässt sich noch heute darin erkennen, dass die meisten Fjorde landeinwärts in nÜrdliche Richtung verlaufen (siehe auch Streichrichtung).cite-ref-trap2022-30-41-25-0[22] Die archaischen und paläoproterozoischen Gesteine in Sßdwest- und SßdgrÜnland enthalten Goldvorkommen (siehe auch Goldbergwerk Nalunaq). Dazu kommen mehrere Bändereisenerzvorkommen in ganz WestgrÜnland, während Nickel-, Titan-, Chrom-, Molybdän- und Vanadium-Vererzungen in den alten Gesteinen in West- und OstgrÜnland vorkommen. In den paläoproterozoischen Bereichen des Schilds in WestgrÜnland lassen sich weiters wirtschaftlich relevante Vorkommen von Edelsteinen wie Diamanten, Rubinen und Saphiren finden.cite-ref-gao-26-0[23]
GrÜnland war nun Bestandteil des präkambrischen Kontinents Laurentia, der vor etwa 1100 Millionen Jahren ein Teil von Rodinia wurde.cite-ref-trap2022-30-41-25-1[22] In der Zeitspanne von 1600 bis 400 Millionen Jahren vor heute bildeten sich vor allem in den Kßstenbereichen heute noch bis zu fßnf Kilometer mächtige Schichten (Tafelland) aus Sedimenten und vulkanischen Gesteinen, vor allem Sandstein, Kalkstein und Basalte. Diese umfassen zunächst mesoproterozoische Sandstein- und Basaltschichten in NordgrÜnland, marine Sedimente in OstgrÜnland und ebenso alte Sandstein- und Basaltschichten und Intrusionen (z. B. Granit) in SßdgrÜnland, die Kryolith und Seltene Erden fßhren,cite-ref-gao-26-1[23] zum Beispiel der Ilimmaasaq-Komplex. Es folgen neoproterozoische Sandstein-, Ton- und Kalksteinschichten in Nord- und OstgrÜnland, die die mesoproterozoischen Schichten teils ßberdecken. Zuletzt wurden altpaläozoische marine Kalksteinschichten in Nord- und OstgrÜnland abgelagert,cite-ref-nh-24-1[21] nachdem Rodinia vor rund 800 Millionen Jahren zu zerfallen begonnen hatte und sich der Iapetus-Ozean zwischen Laurentia und Baltica bildete.cite-ref-trap2022-30-41-25-2[22]
Vor ßber 400 Millionen Jahren (Silur) schloss sich der Iapetus-Ozean wieder, sodass aus Laurentia und Baltica der Kontinent Laurussia entstand, aus dem später Pangaea hervorging. Die Kollision von Laurentia und Baltica sorgte fßr die Kaledonische Gebirgsbildung.cite-ref-trap2022-30-41-25-3[22] Bei dieser Gebirgsbildung entstanden aus den Sedimenten und Vulkaniten unterschiedliche Metamorphite.cite-ref-27[24]
Zwischen dem folgenden Devon und dem Paläogen entstanden in Ost- und NordostgrĂśnland weitere sechs bis acht Kilometer mächtige terrestrische Sandsteinschichten und später durch eine Ăberflutung marine Sandstein- und Tonschichten, die reich an marinen Fossilien sind. Auch in der Diskobucht im Westen bildete sich eine solche Sedimentschicht mit organischem Material, woraus die heutigen Braunkohlevorkommen stammen.cite-ref-nh-24-2[21] Die Sedimentgesteine in Nordwest- und NordostgrĂśnland enthalten Vorkommen von Zink, Kupfer und Blei.cite-ref-gao-26-2[23]
Als Pangaea sich im Mesozoikum aufzulÜsen begann und sich der Atlantische Ozean Üffnete, entstand die Labradorsee westlich von GrÜnland, während GrÜnland im Osten noch am heutigen Europa hing. Diese Verbindung zerbrach jedoch vor rund 55 Millionen Jahren (Paläogen) ebenfalls, und das bereits von Nordamerika getrennte GrÜnland begann mit diesem nach Westen zu driften, wodurch GrÜnland zur Insel wurde.cite-ref-trap2022-30-41-25-4[22] Dies geschah in Verbindung mit starkem Vulkanismus, was sich sowohl im Westen in der Diskobucht als auch im Osten in der Gegend um Ittoqqortoormiit (Watkins-Gebirge) durch fßnf bis zehn Kilometer mächtige vulkanische Flutbasaltschichten bemerkbar macht.cite-ref-nh-24-3[21] Die Gesteinsschichten der Kaledonischen Gebirgsbildung wurden bei dieser Auftrennung in mehrere Teile zerrissen und verteilen sich somit heute auf OstgrÜnland, Norwegen, die Nordsee, Schottland und Irland.cite-ref-trap2022-30-41-25-5[22] In OstgrÜnland wurden sie wieder angehoben und liegen nun von jßngeren Sedimenten unverdeckt an der Erdoberfläche vor.cite-ref-28[25]
Durch den Beginn des Känozoischen Eiszeitalters wurde GrÜnland vor rund zwei Millionen Jahren von einem Eisschild ßberdeckt, der beinahe ßber die gesamte Landfläche reichte und die ßberdeckten Gesteine glazial formte. Vor etwa 14.000 bis 10.000 Jahren zog sich der Eisschild an seine heutige Position zurßck und hinterlieà so die glazial geprägten Kßstenstreifen.cite-ref-nh-24-4[21]
Klima
Heutiges Klima
Die Klimaverhältnisse unterscheiden sich innerhalb GrĂśnlands stark. In den KĂźstenbereichen herrscht ein subpolares Klima, im Norden und im Inland hingegen polares Klima. Das Klima ist stark von den Jahreszeiten abhängig. Entlang der KĂźste unterscheiden sich die Temperaturverhältnisse im Sommer im Norden GrĂśnlands nur wenig von denen im SĂźden, was durch die konstante Sonneneinstrahlung der Mitternachtssonne begrĂźndet ist. Im Winter sinkt die Temperatur aufgrund der fehlenden Sonne hingegen umso stärker im Norden. Neben der Sonneneinstrahlung hat auch die von den Eisverhältnissen abhängige Wassertemperatur einen groĂen Einfluss auf die Temperatur der Luft. An der WestkĂźste wird das Klima durch den GrĂśnlandstrom gemildert, den hier der Nordatlantische Strom und der Golfstrom mit relativ warmem Wasser versorgen. Rund 100 km landeinwärts ist das Klima deutlich kontinental geprägt, ähnlich dem Klima Sibiriens oder Mittelalaskas.cite-ref-dmi-29-0[26] Die geringe Temperatur des Inlandeises lässt sich mit der starken Reflexion des Sonnenlichts durch das Eis erklären.cite-ref-trap2022-20-26-30-0[27] Auf dem Inlandseis wurden bis zu rund â70 °C gemessen, während in Maniitsoq im Juli 2013 +25,9 °C erreicht wurden. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt in GrĂśnland Ăźblicherweise unter dem Gefrierpunkt, nur in SĂźdgrĂśnland leicht darĂźber, wobei sie im Inlandeis grĂśĂtenteils bei unter â20 °C liegt und auch im Sommer nur an den an die KĂźste grenzenden Bereichen Ăźber den Gefrierpunkt kommt.cite-ref-dmi-29-1[26]cite-ref-trap2022-20-26-30-1[27]
In den Kßstenbereichen entspricht die Niederschlagsmenge etwa der Oslos. In den kontinentalen Inlandsbereichen und in NordgrÜnland fällt hingegen deutlich weniger Niederschlag, sodass diese Gebiete als Kältewßsten klassifiziert werden kÜnnen. Auch in Kangerlussuaq, das als einziger Ort GrÜnlands mehr als 100 km vom Ozean entfernt liegt, fällt nur ein Fßnftel der Niederschlagsmenge der Kßstenstädte. Wegen der Temperaturen fällt der Niederschlag häufig als Schnee, im Sommer jedoch als Regen. Schnee im Sommer ist mÜglich, Regen im Winter jedoch selten.cite-ref-dmi-29-2[26] Die klimatischen Verhältnisse in GrÜnland sind stark von der Geografie geprägt, da das hohe Inlandeis Luftmassen aufstauen lässt.cite-ref-trap2022-20-26-30-2[27]
Die Windverhältnisse sind deutlich variabler als in Europa. An der grÜnländischen Kßste ist es häufig windstill, aber FÜhnwinde und katabatische Winde strÜmen häufig plÜtzlich von den Gebirgen hinab und sorgen so fßr starke Stßrme. Der bekannteste von ihnen ist der Piteraq, der in OstgrÜnland auftritt und dort in bewohnten Bereichen fßr starke ZerstÜrungen sorgen kann. Meist gibt es leichte Winde, die tageszeitenabhängig fjordauf- oder -abwärts wehen.cite-ref-trap2022-20-26-30-3[27]
Quartäre Klimaänderungen
Der grĂśnländische Eisschild stellt ein Klimaarchiv dar, das in seinen ältesten Schichten Aufschluss Ăźber klimatische Verhältnisse vor bis etwa 130.000 Jahren, dem Beginn des letzten Interglazials (Eem-Warmzeit), geben kann.cite-ref-jouzel2013-31-0[28] Bei Dye 3 im sĂźdlichen GrĂśnland wurde unter dem mehr als 2000 Meter dicken Eis Material mit DNA-Spuren von Kiefern, Eiben und Erlen sowie von Schmetterlingen und anderen Insekten gefunden, die wahrscheinlich ein Alter zwischen 450.000 und 800.000 Jahren aufweisen. Die Forscher vermuten daher, dass das sĂźdliche GrĂśnland vor der Vergletscherung während der RiĂ-Kaltzeit ein bewaldetes Land mit deutlich wärmerem Klima als heute war.cite-ref-32[29]
Die Besiedelung GrÜnlands im Mittelalter durch die GrÌnlendingar und die Thule-Kultur geht zeitlich mit der Mittelalterlichen Warmzeit einher. Während der Kleinen Eiszeit in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends sank die Temperatur hingegen wieder.
Um 1890 begann die Temperatur wieder zu steigen und erreichte einen HĂśhepunkt in den 1930er und 1940er Jahren. Das Klima wurde dabei allgemein deutlich maritimer, also mit geringeren Temperaturschwankungen im Laufe des Jahres. AnschlieĂend blieb die Temperatur gleich und sank leicht, ab den 1950er Jahren wieder stärker.cite-ref-33[30] Diese Klimaänderung hatte groĂen Einfluss auf die grĂśnländischen Eisverhältnisse und damit auch auf die wirtschaftliche Grundlage, weg vom Robbenfang hin zur Fischerei.cite-ref-34[31]
Durch die anthropogen verursachte globale Erwärmung steht das Ăkosystem GrĂśnlands vor schweren Veränderungen. 2015 zeigte die Arktis erste Zeichen von irreversiblen Veränderungen; unter anderem kĂśnnte ein Temperaturanstieg zwischen 1 °C und 4 °C das fast vollständige Abschmelzen des grĂśnländischen Eises auslĂśsen. Das Risiko, das sich durch die Aktivierung weiterer Kippelemente ergibt, ist dabei von der HĂśhe des Temperaturanstieges abhängig und ist bei einer stärkeren Erwärmung umso grĂśĂer.cite-ref-35[32] Seit 1990 hat sich bis Ende der 2010er Jahre die Durchschnittstemperatur im Sommer um 1,8 °C und im Winter um 3 °C erhĂśht. Durch vermehrte Regenereignisse wird das Abschmelzen der grĂśnländischen Gletscher weiter beschleunigt, und die BewĂślkung verhindert, dass viel Wärme entweichen kann.cite-ref-36[33]
Siehe auch
:
Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis
Flora und Vegetation
GrÜnland wird von einem vegetationslosen Eisschild dominiert, und pflanzliches Leben konzentriert sich auf die eisfreien Kßstenregionen. Diese Kßstengebiete lassen sich aufgrund der klimatischen Verhältnisse in drei verschiedene Biome aufteilen, die jedoch allesamt durch das Fehlen von geschlossenen Wäldern charakterisiert sind.cite-ref-38[34.1]
⢠Die hocharktische Vegetationszone erstreckt sich vom 71. Breitengrad, also von einer nÜrdlich von Uummannaq bis Ittoqqortoormiit verlaufenden Linie, nach Norden. Die flachen Gebiete sind als klassische Tundra von Bewuchs von Arktischer Weide, Vierkantiger Schuppenheide und anderen Zwergsträuchern sowie Moosen geprägt. Die Berggebiete sind hingegen Kältewßsten.
⢠Die niederarktische Vegetationszone erstreckt sich sßdlich des 71. Breitengrades, im niederschlagsarmen Inland noch weiter nÜrdlich. Dort finden sich vor allem Weidengewächse, die eine HÜhe von 0,5 bis 3 Metern erreichen kÜnnen.
⢠Die subarktische Vegetationszone befindet sich in SßdgrÜnland, umfasst aber auch die kontinentalen Gebiete weiter nÜrdlich, vor allem um Kangerlussuaq und Kapisillit. Sie umfasst das einzige Waldtundragebiet GrÜnlands im Qinngoq Avannarleq (Qinnguadalen), einem Talgebiet nordÜstlich von Tasiusaq. Dort treten flache Moor-Birken und Mehlbeerbäume auf. Bei Kapisillit gibt es strauchartige Grßn-Erlen und Weiden. Im niederschlagsarmen Kangerlussuaq gibt es dennoch weniger Vegetation, sodass auch hier eher von Tundra zu sprechen ist.
Auf GrĂśnland wachsen rund 1600 Arten von Pilzen, 1000 Arten von Flechten und 600 Arten von Moosen. Dazu kommen etwa 520 Arten hĂśherer Pflanzen, von denen rund 30 endemisch sind.cite-ref-trap2022-45-52-39-0[35] Zu den hĂśheren Pflanzen gehĂśren Farne, Bärlapppflanzen, Wacholder und zahlreiche Bedecktsamer wie HahnenfuĂgewächse, Rosengewächse, Steinbrechgewächse, KreuzblĂźtler, Nelkengewächse, Heidekrautgewächse, Nachtschattengewächse, KorbblĂźtler, Binsengewächse, Sauergrasgewächse und SĂźĂgräser.cite-ref-40[34.2] Vor allem aufgrund der klimatischen Verhältnisse gibt es nur wenige Wasserpflanzen in GrĂśnland, wobei Algen dennoch einen wichtigen Teil der Nahrungskette in den SĂźĂwässern darstellen. Zu den wichtigsten Wasserpflanzen gehĂśren Laichkräuter, GewĂśhnlicher Tannenwedel, Wassersterne und Igelkolben.cite-ref-trap2022-53-58-15-1[12]
Siehe auch
:
Liste der GefäĂpflanzen GrĂśnlands
Fossilien weisen darauf hin, dass vor 55 Millionen Jahren Wälder Ăźberwiegend aus Mammutbäumen und Laubbäumen existierten.cite-ref-41[36] Vor 900.000 bis 450.000 Jahren war GrĂśnlands eisfreier KĂźstenstreifen bewaldet, unter anderem mit Erlen, Fichten, Kiefern und Eiben.cite-ref-42[37]cite-ref-43[38] Der Klimawandel fĂźhrt derzeit dazu, dass die Pflanzen eher blĂźhen kĂśnnen.cite-ref-44[39] Er fĂźhrt aber auch zu starken Veränderungen in der grĂśnländischen Biodiversität, was eine erhĂśhte politische Aufmerksamkeit fĂźr den Naturschutz mit sich fĂźhrt. Mehr als 40 % der grĂśnländischen Landfläche stehen unter Naturschutz, wovon der Nordost-GrĂśnland-Nationalpark den grĂśĂten Teil ausmacht.cite-ref-45[40]
Siehe auch
:
Liste der Schutzgebiete in GrĂśnland
Fauna
GrÜnlands Fauna ist gut erforscht. Archäologische Untersuchungen ermÜglichen Erkenntnisse zu frßher in GrÜnland lebenden Tieren. Dazu kommen Beschreibungen der Tierwelt aus schriftlichen Quellen, begonnen bei altnordischer Literatur in Form des Konungs skuggsjå (um 1230) und später wissenschaftlichen Beschreibungen von Hans Egede, seinen SÜhnen Poul und Niels Egede sowie Otto Fabricius. Später wurden zahlreiche Expeditionen zur Erforschung der grÜnländischen Fauna durchgefßhrt.cite-ref-47[41.1]
Die grÜnländische Landfauna ist in zwei geografische Zonen geteilt, die durch die Melville-Bucht und den Kangertittivaq getrennt werden.cite-ref-48[41.2]
⢠Nord- und NordostgrĂśnland wurden durch die Nares-StraĂe von Kanada aus besiedelt, allerdings vermochten es die meisten Tiere nicht, die vom Inlandeis geprägten KĂźstengebiete nach SĂźden hin zu Ăźberwinden.
⢠(Sßdost- und) WestgrÜnland wurden entweder ßber ebendiese Kßstengebiete besiedelt oder mittels Treibeis von der Baffininsel aus.
Landsäugetiere
In GrĂśnland gibt es nur wenige Arten von Landsäugetieren. In der sĂźdlichen Zone kommen Rentiere, Schneehasen und PolarfĂźchse vor. Wilde Rentiere leben vor allem im zentralen WestgrĂśnland um Sisimiut und Maniitsoq. Schneehasen und PolarfĂźchse leben auch in der nĂśrdlichen Zone. AusschlieĂlich in der nĂśrdlichen Zone leben Moschusochsen und Hermeline sowie der NĂśrdliche Halsbandlemming, dessen Bestand die Vorkommen seiner Fressfeinde stark beeinflussen kann. Durch die Ankunft von PolarwĂślfen in NordostgrĂśnland starben um 1900 die Rentiere dort aus. Später verschwand auch der Polarwolf wieder. Im 20. Jahrhundert wurden europäische Rentiere sowie Moschusochsen zur Fleischproduktion in WestgrĂśnland angesiedelt. Der Eisbär lebt ebenfalls hauptsächlich in der nĂśrdlichen Zone, bewegt sich auf Treibeis, zieht aber regelmäĂig in die bewohnten Gebiete West- und OstgrĂśnlands, wo er eine Gefahr fĂźr Menschen, aber auch eine Nahrungsquelle darstellt. Er wird von der BevĂślkerung nicht als Landsäugetier, sondern als Meeressäugetier klassifiziert.cite-ref-trap2022-45-52-39-2[35]
Meeressäugetiere
In den Gewässern vor GrĂśnlands KĂźste leben zahlreiche Walarten: GrĂśnlandwale, Zwergwale, Buckelwale, Grindwale, Schweinswale, Schwertwale, Blauwale, Finnwale, Narwale und WeiĂwale. Neben den Walen gibt es sechs Robbenarten, von denen die Ringelrobbe die verbreitetste ist. Daneben gibt es Bartrobben, Walrosse, Sattelrobben, KlappmĂźtzen und wenige Seehunde.cite-ref-49[41.3]
VĂśgel
Die grĂśnländische Vogelwelt lässt sich ebenfalls in Land- und SeevĂśgel unterteilen. Unter den an Land lebenden VĂśgeln sind in der sĂźdlichen Zone folgende von grĂśĂerer Bedeutung: AlpenschneehĂźhner, Kolkraben, Schneeammern, Spornammern, Steinschmätzer, Birkenzeisige und Polar-Birkenzeisige leben in ganz WestgrĂśnland. Dazu kommen mehrere Vogelarten, die nur regional vorkommen: Wacholderdrosseln in SĂźdwestgrĂśnland, Strandpieper in NordwestgrĂśnland und Wiesenpieper nur im SĂźdosten. Des Weiteren gibt es mehrere RaubvĂśgel: Im Westen und SĂźdwesten leben Seeadler, dazu kommen Wanderfalken und Gerfalken. Zu den KĂźsten- und UfervĂśgeln gehĂśren Meerstrandläufer, OdinshĂźhnchen, ThorshĂźhnchen, Mittelsäger, Eistaucher, Sterntaucher, Eisenten, Stockenten, Kragenenten und Blässgänse. In der nĂśrdlichen Zone leben Schneeeulen, Gerfalken, FalkenraubmĂśwen, SchneehĂźhner, Schneegänse, Ringelgänse, WeiĂwangengänse, Kurzschnabelgänse, Regenpfeifer, Steinwälzer, Knuttstrandläufer, Alpenstrandläufer und Sanderlinge. SeevĂśgel leben häufig an den grĂśnländischen Vogelfelsen. Zu ihnen gehĂśren Eiderenten, Prachteiderenten, Trottellummen und Krabbentaucher, die eine groĂe Rolle spielen. Dazu kommen kleinere Kolonien von Papageitauchern, Tordalken, Kormoranen und Gryllteisten. In GrĂśnland gibt es zudem zahlreiche MĂśwenarten, wie die DreizehenmĂśwe, EismĂśwe, PolarmĂśwe, MantelmĂśwe, SchmarotzerraubmĂśwe, FalkenraubmĂśwe, KĂźstenseeschwalbe sowie die selteneren SchwalbenmĂśwe, ElfenbeinmĂśwe und RosenmĂśwe. Weitere vor der KĂźste lebende VĂśgel sind der Eissturmvogel und der Kappensturmtaucher.cite-ref-50[41.4] Der flugunfähige Riesenalk wurde im 19. Jahrhundert durch ĂźbermäĂige Jagd ausgerottet. Insgesamt gibt es rund 235 Vogelarten in GrĂśnland, von denen rund 60 in GrĂśnland brĂźten und die meisten ZugvĂśgel sind. Durch die Klimaänderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten neue Vogelarten in GrĂśnland angesiedelt, wie die HeringsmĂśwe und die Kanadagans. Aufgrund der evolutionsmäĂig betrachtet geringen Zeitspanne seit der letzten Eiszeit haben sich keine endemischen Vogelarten in GrĂśnland entwickeln kĂśnnen, dafĂźr aber haben Blässgans, Stockente, Alpenstrandläufer und Alpenschneehuhn grĂśnländische Unterarten entwickelt.cite-ref-trap2022-45-52-39-3[35]
Fische und Fischerei
Aus den Gewässern in und um GrĂśnland sind 269 Fischarten dokumentiert, einige davon aber sehr selten, mĂśglicherweise als seltene Irrgäste. Dabei ist die Fischfauna im SĂźĂwasser, in FlĂźssen und Seen, sehr artenarm und wird dominiert von Wanderfischen wie Lachsen und Meerneunaugen oder Arten, die sowohl im SĂźĂwasser wie in KĂźstengewässern leben kĂśnnen, wie dem Dreistachligen Stichling. Häufigster SĂźĂwasserfisch mit Ăśkonomischer Bedeutung ist der zu den Lachsfischen gehĂśrende Wandersaibling. Der Atlantische Lachs kommt bodenständig vor, die meisten Tiere sind aber Migranten aus Nordeuropa oder Nordamerika. Bis in jĂźngste Zeit werden Fischarten in GrĂśnland neu entdeckt, teilweise als Neueinwanderer aufgrund des Klimawandels, teilweise auch durch Intensivierung der Fischerei in grĂśnländischen Gewässern.cite-ref-51[42]
Die Fischerei stellt wegen der zahlreichen Speisefische einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Im Meer leben zum Beispiel Rotbarsche, der Gestreifte Seewolf, der Schwarze Heilbutt, der Heilbutt, Lachse, Lodden, GrĂśnlandhaie, Seehasen, Atlantische Heringe, Doggerscharben, Vahls Wolfsfische, Polardorsche, 11 Arten von Groppen, 9 Arten von Rochen, der Uuaq, Lumbe, Rundnasen-Grenadiere, Blaulenge, Schellfische, der KĂśhler, Makrelen, Blaue Wittlinge und zwei Arten von Sandaalen. Unter den Garnelen spielt die Eismeergarnele die grĂśĂte Rolle. Daneben werden Krabben, Tintenfische und Mies- und Kammmuscheln genutzt.cite-ref-52[43]cite-ref-trap2022-58-64-14-1[11]
GliederfĂźĂer
Aus GrĂśnland sind bisher knapp 1200 (nicht marine) Arten von Arthropoden oder GliederfĂźĂern bekannt geworden.cite-ref-53[44] Damit ist die Entomofauna, wie typisch fĂźr arktische Breiten, sehr artenarm. Insektenordnungen, die weiter sĂźdlich wichtige Bestandteile der Fauna bilden, fehlen auf GrĂśnland vollständig, zum Beispiel gibt es weder Libellen noch Heuschrecken oder die sonst so erfolgreichen Ameisen. Aus der Gruppe der TausendfĂźĂer kommt eine einzige Art (der 10 Millimeter lange HundertfĂźĂer Lamyctes emarginatus) vor, ebenso nur eine Weberknechtart. Die vorkommenden Arten sind typischerweise relativ klein und meist dunkel gefärbt (um viel Wärme aufnehmen zu kĂśnnen). Viele arktische GliederfĂźĂer kĂśnnen bei sehr tiefen Temperaturen aktiv bleiben: StechmĂźcken bleiben flugaktiv bis 1,7 °C, Spinnen aktiv sogar bis minus 8 °C. Die meisten der kleinen Bodenbewohner beginnen ihre Aktivität bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die meisten Arten sind durch Anti-Frost-Proteine gegen Gefrieren geschĂźtzt. Viele Bodenarthropoden Ăźberleben es, mehrere Monate in Eis eingeschlossen zu werden. Die meisten Arthropoden GrĂśnlands ernähren sich von toter organischer Substanz, meist Pflanzenstreu (Saprophagie), wenige sind Räuber oder Pflanzenfresser. Auch Parasiten warmblĂźtiger Organismen wie FlĂśhe oder Läuse sind vergleichsweise artenreich. Die vorkommenden auffällig bunt blĂźhenden Pflanzen sind auf Bestäuber angewiesen, in der Arktis meist Fliegen neben einigen Hummelarten und Schmetterlingen. In gĂźnstigen, vegetationsreichen Bereichen kĂśnnen bodenlebende Gruppen der Mesofauna wie die Springschwänze mehrere zehntausend Individuen pro Quadratmeter Boden erreichen. MĂźckenlarven erreichen in Teichen und TĂźmpeln 6000 bis 9000 Individuen pro Quadratmeter Wasserfläche.
Die meisten Arthropoden GrÜnlands gehÜren zu Arten, die weiter sßdlich ihr Verbreitungsmaximum haben. Zu den wenigen arktischen Spezialisten gehÜrt der Schmetterling Gynaephora groenlandica oder der Kurzflßgelkäfer Gnypeta cavicollis. Insgesamt gibt es aber nur 36 Käferarten auf GrÜnland. Artenreichste Insektenordnung sind die Zweiflßgler oder Dipteren mit etwa 370 Arten, sie machen also alleine fast ein Drittel der Gesamtfauna aus. Es gibt auf GrÜnland 75 Spinnenarten, 8 Arten von KÜcherfliegen, 5 Arten von Tagfaltern, 21 Arten von Blattläusen, aber nur 2 Zikadenarten und 3 Wanzenarten. Einzige Art der Faltenwespen ist die solitär lebende Ancistrocerus waldenii. Es gibt zwei Arten von Bienen, die Hummelarten Bombus hyperboreus und Bombus polaris.
Einwanderungen von Arthropodenarten nach GrĂśnland sind fast ausschlieĂlich auf synanthrope Bewohner menschlicher Ansiedlungen beschränkt. In der gesamten Periode der dänischen Kolonisierung seit 1721 wurde nicht eine einzige Insektenart eingeschleppt, die sich im Freiland etabliert hätte.
Siedlungsgeografie
Verwaltungsgliederung
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Hauptartikel
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Verwaltungsgliederung GrĂśnlands
GrĂśnland ist in fĂźnf (bis 2018 vier) Kommunen aufgeteilt, die im Zuge einer Kommunalreform im Jahr 2009 gebildet wurden. Die Qaasuitsup Kommunia wurde 2018 in die Avannaata Kommunia und die Kommune Qeqertalik aufgespalten. Neben den fĂźnf Kommunen gibt es mit dem unbewohnten Nordost-GrĂśnland-Nationalpark und der Pituffik Space Base (ehemals Thule Air Base) zwei gemeindefreie Gebiete.cite-ref-trap2022-245-265-54-0[45] Die fĂźnf Kommunen sind folgende (Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2025):cite-ref-55[46]
| Kommune | Einwohner | Hauptort |
|---|---|---|
| Avannaata Kommunia | 10.989 | Ilulissat |
| Kommune Qeqertalik | 0 5.969 | Aasiaat |
| Qeqqata Kommunia | 0 9.179 | Sisimiut |
| Kommuneqarfik Sermersooq | 24.229 | Nuuk |
| Kommune Kujalleq | 0 6.110 | Qaqortoq |
Historisch war WestgrĂśnland bis 1950 in eine im Laufe der Zeit variierende Zahl an Koloniedistrikten aufgeteilt, zuletzt elf. Diese verteilten sich auf die zwei Inspektorate NordgrĂśnland und SĂźdgrĂśnland. Die Koloniedistrikte waren seit 1911 in gut 60 Gemeinden unterteilt. 1950 wurde festgelegt, dass GrĂśnland aus drei Landesteilen besteht: WestgrĂśnland (Kitaa), das aus den beiden bisherigen Inspektoraten bestand, und die beiden administrativ eingegliederten Landesteile OstgrĂśnland (Tunu) und NordgrĂśnland (Avanersuaq). Von da an bestand GrĂśnland aus 19 und später 18 Gemeinden, die grĂśĂtenteils deckungsgleich mit den vorherigen Koloniedistrikten waren. Die 18 Gemeinden wurden 2009 zu den vier Kommunen zusammengelegt. Die bisherigen Gemeinden bestehen darunter als Distrikte weiter, dienen aber eher statistischen und kulturellen als administrativen Abgrenzungszwecken.cite-ref-trap2022-245-265-54-1[45]
Ortschaften
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Hauptartikel
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Liste der Siedlungen in GrĂśnland
Die Inuit lebten frĂźher halbnomadisch, lebten also immer an dem Ort, wo man Nahrung finden konnte, und zogen dann zum nächsten Wohnplatz weiter. Durch die Kolonialisierung wurden an manchen Orten Handels- und Missionsstationen mit Infrastruktur errichtet. Zuerst entstanden Kolonien, die fĂźr ein bestimmtes Gebiet (die Koloniedistrikte) zuständig waren, ab etwa 1800 wurden auch Udsteder gegrĂźndet, die einer Kolonie untergeordnet waren und als lokales Zentrum innerhalb des Distrikts dienten. Zahlreiche Wohnplätze erhielten nie eine Infrastruktur und wurden regelmäĂig besiedelt und verlassen. Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Mobilität ab und die Wohnplätze wurden dauerhafter besiedelt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden fast alle Wohnplätze aufgegeben und die BevĂślkerung zog in die ehemaligen Udsteder und Kolonien, die zu DĂśrfern und Städten wurden. Nur eine Handvoll Wohnplätze Ăźberlebten diese Phase und wurden dann ebenfalls als DĂśrfer klassifiziert.
Heute gibt es in GrÜnland 17 Städte, 55 DÜrfer, rund 30 sßdgrÜnländische Schäfersiedlungen und einige bewohnte Stationen verschiedener Art. Die Städte dienen als Lokalzentrum fßr die umliegenden DÜrfer. Die meisten Orte liegen an der Westkßste der Insel. Dazu kommen sieben Orte an der Ostkßste. Die 17 grÜnländischen Städte sind auf der obigen Karte verzeichnet.cite-ref-trap2022-265-272-56-0[47]
Mittlerweile lebt ein Drittel der grĂśnländischen BevĂślkerung in der Hauptstadt Nuuk (rund 19.600 Einwohner). Die nächstgrĂśĂere Stadt ist Sisimiut mit etwa 5.400 Einwohnern. Sechs Städte haben mindestens 2.000 Einwohner, weitere sieben zwischen 1.000 und 2.000 Einwohner. Vier Städte haben unter 1.000 Einwohner. Die kleinste Stadt ist Ittoqqortoormiit mit etwa 350 Einwohnern. Mit jeweils rund 450 bis 500 Einwohnern sind die beiden DĂśrfer Kangerlussuaq und Kullorsuaq grĂśĂer als Ittoqqortoormiit. Die Ăźbrigen DĂśrfer haben maximal 300 Einwohner, die kleinsten unter 20 Einwohner.cite-ref-57[48]
BevĂślkerung
Zusammensetzung
â
Hauptartikel
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Demografie GrĂśnlands
GrĂśnland hat etwa 56.000 Einwohner. Von diesen sind etwa 88 % in GrĂśnland geboren und 12 % auĂerhalb.cite-ref-58[49] Etwa 95,5 % der BevĂślkerung haben die dänische StaatsbĂźrgerschaft.cite-ref-staatsb-rgerschaft-59-0[50] Die Einwohnerzahl ist seit den 1990er Jahren stabil, nachdem sie sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts etwa verfĂźnffacht hatte.cite-ref-trap2022-265-272-56-1[47]
Da weder in GrĂśnland noch in Dänemark der ethnische Hintergrund untersucht wird, kĂśnnen nur Umfragen und Schätzungen zur ethnischen BevĂślkerungsstruktur abgegeben werden. Ăblicherweise ist das GrĂśnländischsein eine Frage der Selbstidentifikation. Eine Studie von 2019 hat ergeben, dass etwa 92 % der grĂśnländischen BevĂślkerung sich als GrĂśnländer identifizieren, was gut 51.300 Personen entspricht.cite-ref-60[51]
Die ßbrige BevÜlkerung von rund 5.000 Personen besteht aus dänischen Staatsbßrgern nichtgrÜnländischer Identität und Ausländern. Letztere machen rund 2.500 Personen aus. Von diesen sind rund 44 % Philippiner, 16 % Thailänder, 5 % Sri Lankaer und 4 % Isländer. Weitere signifikante Minderheiten (mindestens 50 Personen) sind Polen, Schweden, Chinesen, Norweger und Deutsche.cite-ref-staatsb-rgerschaft-59-1[50]
Ethnien
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Hauptartikel
:
Kalaallit
Als GrÜnländer werden im rechtlichen Sinne alle dänischen Staatsbßrger mit Wohnsitz in GrÜnland bezeichnet, ungeachtet ihrer Ethnizität. Im ethnischen Sinn gilt als Kalaallit (Singular Kalaaleq) hingegen nur der Teil der BevÜlkerung, der Inuit-Vorfahren hat und in der Regel GrÜnländisch (Kalaallisut) spricht. Ein Teil dieser Gruppe unterhält seinen Wohnsitz in Dänemark.cite-ref-61[52]
Ethnologisch lassen sich die Kalaallit in drei Gruppen unterteilen, die sich in Herkunft, Geschichte und Sprache unterscheiden. Auch hier wird keine Statistik gefßhrt, sodass Zahlen nur geschätzt werden kÜnnen:
⢠Die Kitaamiut (WestgrĂśnländer) bewohnen den traditionellen Landesteil Kitaa, der von der Melville-Bucht bis zum Kap Farvel reicht. Sie machen mit rund 47.000 Menschen den grĂśĂten Teil der BevĂślkerung aus und sind der, der 1721 kolonialisiert wurde.
⢠Die Tunumiit (OstgrÜnländer) leben heute in der Gegend um Tasiilaq sowie in Ittoqqortoormiit im Landesteil Tunu. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts kolonialisiert. Sie machen rund 3.500 Personen aus.
⢠Die Inughuit (NordgrÜnländer) leben in und um Qaanaaq im Landesteil Avanersuaq. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts kolonialisiert. Sie sind mit rund 800 Mitgliedern die kleinste Gruppe.
Die Kujataamiut in SĂźdgrĂśnland gehĂśren zu den Kitaamiut, haben sich aber im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung mit den Tunumiit vermischt.cite-ref-62[53]
Wegen der unterschiedlichen Geschichte bezeichnen sich beispielsweise manche Inughuit nicht als Kalaallit, um ihre eigene Ethnizität hervorzuheben.cite-ref-63[54]
Der grĂśĂte Teil der grĂśnländischen BevĂślkerung, vor allem die Kitaamiut, ist gemischt-ethnisch und stammt teils von den Inuit der Thule-Kultur, die nach dem Jahr 1000 von Norden kommend die grĂśnländische KĂźste besiedelten, teils von den dänischen, in selteneren Fällen norwegischen, isländischen und schwedischen Kolonialangestellten ab, die vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in GrĂśnland dienten. 80 % der GrĂśnländer haben heutzutage auch europäische Vorfahren, wobei der europäische Anteil der Gene durchschnittlich 31 % der DNA ausmacht. Lediglich die Tunumiit und Inughuit haben wesentlich weniger europäische Genanteile, weil ihre Gebiete erst um 1900 kolonialisiert wurden.cite-ref-64[55]cite-ref-65[56]
Die Nachnamen der grÜnländischen BevÜlkerung sind teils während der Missionierung neu gebildete Patronyme zu dänischen (bspw. Petersen, Olsen, Jensen, Nielsen, Hansen) oder biblischen Namen (bspw. Jeremiassen, Petrussen, Filemonsen, Isaksen, Tobiassen), teils die Nachnamen der europäischen Stammväter. Wie in Dänemark, so sind auch in GrÜnland viele Nachnamen deutschen Ursprungs (bspw. Heilmann, Kleist, Kreutzmann, Fleischer, Chemnitz).
Die GrÜnländer sind nicht zu verwechseln mit GrÌnlendingar, den skandinavischen Siedlern, die vom 10. bis zum 15. Jahrhundert in WestgrÜnland lebten.
Sprachen
Einzige offizielle Amtssprache in GrĂśnland ist die grĂśnländische Sprache (Kalaallisut). Daneben ist Dänisch Verkehrssprache und in der Schule erste Fremdsprache. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war GrĂśnländisch nahezu die einzige in GrĂśnland genutzte Sprache, auch unter den im Land tätigen Dänen. AnschlieĂend wurde groĂer Fokus auf den Dänischunterricht gelegt und durch den starken Zuzug dänischer Arbeitskräfte erhielt Dänisch eine sehr präsente Stellung im Alltag, was fĂźr viele GrĂśnländer dieser Generation in schlechteren GrĂśnländischkenntnissen resultierte. Ab den 1970er Jahren wurde wieder mehr Wert auf die grĂśnländische Sprache gelegt. Es gibt keine offiziellen und aktuellen Untersuchungen zur Sprachsituation in GrĂśnland. 2003 sprachen rund 25 % nur schlecht Dänisch, knapp 40 % sprachen gut Dänisch, bevorzugten aber GrĂśnländisch, gut 20 % waren vollständig zweisprachig, knapp 10 % waren dänischsprachig mit schlechten GrĂśnländischkenntnissen und nur knapp 5 % dänischsprachig mit guten GrĂśnländischkenntnissen. Der Anteil an GrĂśnländern mit schlechten Dänischkenntnissen war zu diesem Zeitpunkt seit den 1980er Jahren stark rĂźckläufig, der Anteil an guten Dänischsprechern und Zweisprachigen stark zunehmend. Dänisch ist in den Städten â vor allem in Nuuk â weiter verbreitet als in den DĂśrfern. Gymnasial- und Universitätsbildung findet auf Dänisch statt, somit sind gute Dänischkenntnisse eine Voraussetzung fĂźr eine weiterfĂźhrende Bildung. Auch am Arbeitsplatz und in der Verwaltung Ăźberwiegt das Dänische. Unter der nicht-grĂśnländischen BevĂślkerung in GrĂśnland ist die Kenntnis der grĂśnländischen Sprache kaum verbreitet.cite-ref-trap2022-147-149-66-0[57]cite-ref-67[58]
Die grÜnländische Sprache ist in Ürtliche Dialekte gegliedert. Generell wird sie entsprechend der ethnischen Gruppen in drei Untergruppen unterteilt: Kitaamiusut (WestgrÜnländisch), Tunumiisut (OstgrÜnländisch) und Inuktun (NordgrÜnländisch). Kitaamiusut lässt sich weiter unterteilen, wobei die nÜrdlichen und sßdlichen Dialekte starke ostgrÜnländische Sprachkontakteinflßsse aufweisen.cite-ref-68[59]cite-ref-trap2022-147-149-66-1[57]
Religion
Die traditionelle Religion der Inuit wurde im Zuge der Missionierung ab dem 18. Jahrhundert vom Christentum abgelĂśst. UrsprĂźnglich gab es zwei parallele Missionierungsprozesse in GrĂśnland, bei denen ein Teil der westgrĂśnländischen BevĂślkerung von der Dänischen Mission geprägt wurde, ein anderer von der Herrnhuter BrĂźdergemeine. Eine besondere Rolle bei der Missionierung spielten die grĂśnländischen Katecheten, die an Grønlands Seminarium ausgebildet wurden. 1900 wurden die Mitglieder der Herrnhuter BrĂźdergemeine in die dänische Mission ĂźberfĂźhrt. In WestgrĂśnland wurden um 1810, in OstgrĂśnland 1921 und in NordgrĂśnland 1934 die letzten âHeidenâ missioniert.
Heute gehĂśren 95 % der grĂśnländischen Volkskirche an, die seit 1905 existiert und ein Teil der dänischen Volkskirche ist und deren Vorsitzende die BischĂśfin von GrĂśnland ist. Andere Religionen spielen kaum eine Rolle. Im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts existierte bereits ein katholischer Bischofssitz in Gardar (heute Igaliku). Das Bistum Garðar wurde 1126 errichtet und 1378 aufgelĂśst, aber 1996 wiedererrichtet als Titularbistum Gardar. Die rund 300 Katholiken auf GrĂśnland gehĂśren heute zur einzigen katholischen Pfarrei GrĂśnlands, der 1958 gegrĂźndeten Pfarrei Christ KĂśnig in Nuuk, zugehĂśrig zum Bistum Kopenhagen.cite-ref-69[60] Sie ist die flächenmäĂig grĂśĂte katholische Pfarrei der Welt.
Daneben gibt es rund 500 AngehĂśrige der Pfingstbewegung, rund 150 Zeugen Jehovas, rund 100 AngehĂśrige der BrĂźderbewegung, einige Baptisten, AngehĂśrige der Heilsarmee und der Neuapostolischen Kirche. In den letzten Jahrzehnten gab es auch einige Adventisten und Mormonen. Die rund 150 Bahai gehĂśren der einzigen aktiven nichtchristlichen Glaubensgemeinschaft in GrĂśnland an.cite-ref-trap2022-178-185-70-0[61]
Insgesamt geben 98,5 % der BevÜlkerung an, Christen zu sein. Auch wenn GrÜnländer keiner schamanistischen Religion mehr angehÜren, sind die Inuit-Mythen kulturell aber noch bewusst. Knapp die Hälfte der BevÜlkerung glaubt an Geister.cite-ref-71[62] Obwohl ein Teil der Kirchenmitglieder die Religion nicht aktiv ausßben, sind Gottesdienste meistens sehr gut besucht. Nahezu alle Personen sind getauft, konfirmiert und kirchlich getraut und die Kirchen nehmen an vielen Orten auch soziale Funktionen ein.cite-ref-72[63]
Geschichte
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Hauptartikel
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Geschichte GrĂśnlands
Ur- und FrĂźhgeschichte und Mittelalter (bis 15. Jahrhundert)
GrÜnland wurde um etwa 2500 v. Chr. erstmals von Alaska aus ßber Kanada besiedelt und bildete in NordostgrÜnland die Independence-I-Kultur, deren AngehÜrige Moschusochsen jagten und die um 1800 v. Chr. verschwand, und in West-, Ost- und NordwestgrÜnland die Saqqaq-Kultur, deren AngehÜrige von der Robben- und Rentierjagd lebten und um 2400 v. Chr. nach GrÜnland kam und um 700 v. Chr. verschwand. Beide Kulturen wurden vermutlich von demselben Volk getragen, das in mehreren kurz hintereinander erfolgten Wellen nach GrÜnland gekommen war, sich dort jedoch in unterschiedlichen Richtungen ausbreitete und deswegen in Gruppen zerfiel, die später vermutlich keinen Kontakt mehr zueinander hatten.
In der folgenden Zeit war GrÜnland vermutlich unbewohnt. Um 600 v. Chr. erfolgte eine neue Siedelungswelle aus Kanada, die in NordgrÜnland die Independence-II-Kultur und in West-, Nordwest- und OstgrÜnland die Dorset-Kultur bildete. Die Independence-II-Kultur lässt sich letztmals 450 v. Chr. nachweisen, während die Dorsetkultur etwa bis zu Christi Geburt nachweisbar ist. In neuerer Forschung wird die Independence-II-Kultur als Teil der Dorset-Kultur betrachtet. Weitere AngehÜrige der Dorset-Kultur in Kanada kamen um 700 n. Chr. von dort nach GrÜnland und besiedelten das mittlerweile wieder unbewohnte Land, jedoch nur dessen Nordwestteil.cite-ref-forhistorie-73-0[64]cite-ref-74[65]
Vermutlich im späten 9. oder frĂźhen 10. Jahrhundert entdeckten erstmals Europäer GrĂśnland. 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete im SĂźdwesten GrĂśnlands. Er gab der Insel den Namen GrĂŚnland (altnordisch fĂźr âGrĂźnlandâ). 986 begann durch isländische Siedler in SĂźdgrĂśnland eine Landnahme im Gebiet um BrattahlĂð. Die skandinavischen Siedler in GrĂśnland wurden GrĂŚnlendingar genannt. In den folgenden Jahren zogen einige von ihnen weiter nach Norden, wo sie sich im Fjordkomplex des Nuup Kangerlua bei Nuuk niederlieĂen. Die sĂźdliche Besiedelung wurde Eystribyggð (Ostsiedlung) genannt, die nĂśrdliche Vestribyggð (Westsiedlung). Vom Jahr 1000 an wurden die GrĂŚnlendingar durch Eriks Sohn Leif Eriksson christianisiert, und in Garðar wurde ein Bischof eingesetzt. Zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert bestand Handelsverkehr mit Vinland in Nordamerika.cite-ref-trap2022-94-102-75-0[66]
Vermutlich um 1150 kam eine neue eskimoische Besiedelungswelle von Alaska nach GrĂśnland, die sich erneut sowohl im Westen als auch im Osten der Insel niederlieĂ. Diese Siedler gehĂśrten der Thule-Kultur an bzw. in WestgrĂśnland der weiter entwickelten Inussuk-Kultur. Es wird davon ausgegangen, dass sie in GrĂśnland Kontakt mit der Dorset-Kultur hatten, deren AngehĂśrige in Sagen als Torngit/Tornit bekannt sind, und diese letztendlich verdrängten. Ebenso ist der Kulturkontakt zwischen Inuit und GrĂŚnlendingar bewiesen.cite-ref-forhistorie-73-1[64]cite-ref-trap2022-102-113-76-0[67]
Während in den ersten Jahrhunderten noch Handelsverkehr zwischen GrĂśnland und Norwegen stattfand, zu dem sich die GrĂŚnlendingar 1261 zugehĂśrig erklärt hatten, hĂśrte dieser im 14. Jahrhundert auf. Um 1400 verschwand die Vestribyggð, um 1450 die Eystribyggð, womit die GrĂŚnlendingar nach fast 500 Jahren aus bisher nicht abschlieĂend geklärten GrĂźnden verschwanden.cite-ref-trap2022-94-102-75-1[66]cite-ref-77[68]
Siehe auch
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Untergang der GrĂŚnlendingar
Walfängerzeit und erste Jahre nach der Kolonisierung (16. Jahrhundert bis 1782)
Im späten 16. Jahrhundert und frĂźhen 17. Jahrhundert wurde GrĂśnland von mehreren europäischen Expeditionsseefahrern besucht und infolgedessen von holländischen, hamburgischen und englischen Walfängern fĂźr den Walfang genutzt, was zu häufigeren Kontakten zwischen Inuit und Europäern fĂźhrte. Obwohl Dänemark GrĂśnland fĂźr sich beanspruchte, konnte es, durch den DreiĂigjährigen Krieg geschwächt, dort keinen erfolgreichen Walfang aufbauen. Der europäische Walfang in GrĂśnland intensivierte sich infolge des abnehmenden Walfangs vor Spitzbergen ab etwa 1700 und setzte sich bis etwa 1800 fort.cite-ref-78[69]cite-ref-trap2022-102-113-76-1[67]
Siehe auch
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GrĂśnlandfahrt
1721 erhielt der norwegische Pastor Hans Egede vom dänischen KÜnig Friedrich IV. die Erlaubnis, in GrÜnland eine Missionsstation zu errichten, um die GrÌnlendingar, von denen er annahm, dass sie vom Glauben abgefallen oder noch katholisch waren, evangelisch zu missionieren. Egede grßndete mit seiner Familie die Kolonie Haabets à in der Nähe von Kangeq und begann gemeinsam mit seinen SÜhnen Poul und Niels mit der Mission der dortigen Inuit, nachdem er festgestellt hatte, dass es keine GrÌnlendingar mehr gab. Ein zweiter Stßtzpunkt in Nipisat wurde 1724 begrßndet, aber im Folgejahr von holländischen Walfängern zerstÜrt. Die wirtschaftliche Lage des Projekts war anfangs katastrophal und fßhrte 1727 zum Bankrott der zuständigen Handelskompanie (Det Bergen Grønlandske Compagnie). 1728 wurde Haabets à nach Nuuk versetzt und in Godthaab umbenannt. Nipisat wurde wieder aufgebaut und Claus Paars mit der militärischen Verwaltung beauftragt, aber der dänische Walfang in GrÜnland war erfolglos und die Anwesenheit von Soldaten ohne Effekt, sodass Nipisat 1730 aufgegeben und 1731 erneut zerstÜrt wurde.
Nach dem Tod von KĂśnig Friedrich IV. im selben Jahr beschloss sein Nachfolger, Christian VI., die vollständige Abwicklung des Kolonieprojekts, lieĂ es den Kolonisten jedoch frei, in GrĂśnland zu bleiben. Hans Egede und seine Familie sowie eine Handvoll Walfänger machten von dem Recht Gebrauch. 1733 begann auch die Herrnhuter BrĂźdergemeine in GrĂśnland tätig zu werden und in direkter Nachbarschaft zu Egede zu missionieren. Im selben Jahr fiel ein GroĂteil der in der Gegend lebenden Inuit einer aus Europa eingeschleppten Pockenepidemie zum Opfer. Christian VI. lieĂ sich derweil von der Sinnhaftigkeit der Kolonisierung GrĂśnlands Ăźberzeugen und genehmigte dem Kaufmann Jacob Severin 1734 die Ăbernahme des Handels. Dieser grĂźndete im selben Jahr die Kolonie Christianshaab in Qasigiannguit. Sie lag in der Diskobucht, in der die Holländer erfolgreich Walfang betrieben. Die Konkurrenz entwickelte sich rasch zu einem Konflikt, in dem Dänemark den Niederlanden verbieten wollte, weiter mit der BevĂślkerung Tauschhandel zu betreiben. Zur Ausweitung der Aktivitäten wurden 1741 die Kolonie Jakobshavn in Ilulissat und die Loge Claushavn in Ilimanaq gegrĂźndet sowie in SĂźdgrĂśnland im Jahr darauf die Kolonie Frederikshaab in Paamiut.
1750 wurde Jacob Severins Handelsmonopol an Det Almindelige Handelskompagni ßbergeben, die fortan mit dem Handel in GrÜnland beauftragt war. Die Kompanie setzte auf eine weitere Ausweitung der Handelsaktivitäten in GrÜnland, um die Erträge zu effektivieren und mit den wirtschaftlich ßberlegenen holländischen Walfängern konkurrieren zu kÜnnen. Innerhalb weniger Jahre wurden zwischen 1754 und 1774 weitere Kolonien und Handelsstßtzpunkte errichtet. Die wirtschaftliche Lage blieb aufgrund des den erfahrenen Holländern gegenßber erfolglosen Walfangs prekär, weshalb die Handelskompanie begann, sich darauf zu konzentrieren, die GrÜnländer Robben fangen zu lassen und dann mit ihnen zu handeln. 1774 wurde Den Kongelige Grønlandske Handel (KGH) gegrßndet, der alleinig mit dem Kolonialhandel in GrÜnland beauftragt wurde, während die vorherige Kompanie fßr alle dänischen Kolonien zuständig gewesen war.cite-ref-79[70]cite-ref-trap2022-113-123-80-0[71]
Entwicklung kolonialer Strukturen und Umbruchsphase (1782 bis 1905)
Der KGH organisierte die Kolonien 1782 neu. Das Land wurde in zwei Inspektorate eingeteilt: NordgrĂśnland und SĂźdgrĂśnland, auf die die an der grĂśnländischen WestkĂźste liegenden Kolonien aufgeteilt wurden. Beide Inspektorate wurden einem Inspektor unterstellt, der den Kolonialverwaltern der jeweiligen Kolonien Ăźbergestellt war. Zeitgleich nahm die holländische und englische Präsenz in GrĂśnland ab, wovon der dänische Walfang jedoch nicht profitieren konnte. Es gelang ihnen trotz zahlreicher Versuche nie, einen florierenden Walfang in GrĂśnland aufzubauen, und Anfang des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich der KGH gänzlich auf den Robbenfang. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden Udsteder gegrĂźndet, die als Handelsplatz fĂźr die umliegenden Wohnplätze dienten, um die Wege in die weit entfernten Kolonieorte zu verringern. Dadurch wuchsen die Handelsstrukturen stark an, was zu einer noch grĂśĂeren Organisation und Effektivierung des Kolonialhandels fĂźhrte, der dem KGH wirtschaftliche ĂberschĂźsse verschaffte und das Kolonieprojekt so endlich rentabel machte.
1807 brach der Kanonenbootkrieg zwischen dem Vereinigten KĂśnigreich GroĂbritannien/Irland und Dänemark aus, der ein Teil der Napoleonischen Kriege war. Dadurch brach die Versorgung GrĂśnlands ab, zudem verbot das Vereinigte KĂśnigreich, Waren aus GrĂśnland nach Dänemark zu bringen. Der grĂśĂte Teil der Handels- und Missionsangestellten kehrte nach Europa zurĂźck und brachte das Kolonialunternehmen in eine groĂe Versorgungskrise, die durch schlechte Jagderträge und Epidemien verschlimmert wurde. In der Folge musste die Kolonie Upernavik ebenso wie zahlreiche Udsteder sogar zeitweise aufgegeben werden. Die Situation entspannte sich nach acht Krisenjahren erst im Jahr 1814 mit dem Kieler Frieden, bei dem Dänemark-Norwegen aufgelĂśst wurde und GrĂśnland an Dänemark fiel. Nach dem Krieg wurden zahlreiche neue Udsteder gegrĂźndet. Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren zudem nahezu alle WestgrĂśnländer getauft und gehĂśrten entweder der dänischen Mission oder der Herrnhuter BrĂźdergemeine an.cite-ref-81[72]cite-ref-trap2022-113-123-80-1[71]
Die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde zu einem Wendepunkt in der grĂśnländischen Geschichte, als die Debatte aufkam, dass die bisher relativ unbeeinflusst und traditionell lebenden GrĂśnländer kulturell weiterentwickelt werden sollten. 1845 wurden in Nuuk und Ilulissat zwei Seminare erĂśffnet (siehe Grønlands Seminarium), an denen GrĂśnländer zu Katecheten ausgebildet werden sollen, ebenso wurden einige Jungen und Mädchen zur Ausbildung nach Dänemark geschickt. Das Seminarium in Ilulissat schloss 1875 wieder, während das in Nuuk zahlreiche bedeutende PersĂśnlichkeiten der grĂśnländischen Geschichte hervorbringen sollte. Durch die zunehmende Europäisierung der grĂśnländischen BevĂślkerung begannen sich die traditionellen Sozialstrukturen aufzulĂśsen, was zu wirtschaftlichen Problemen in vielen Familien fĂźhrte, die sich nicht mehr richtig mit der Jagd versorgen konnten und abhängig von den europäischen Handelswaren geworden waren, was auch zu finanziellen Problemen beim KGH fĂźhrte. In den späten 1850er Jahren wurden somit die ersten Forstanderskaber eingefĂźhrt, Räte in jedem der Koloniedistrikte, die erstmals ein Mitbestimmungsrecht fĂźr die GrĂśnländer boten und unter anderem fĂźr die Rechtsprechung und fĂźr die Sozialversorgung der BevĂślkerung zuständig war. 1861 schuf Inspektor Hinrich Johannes Rink, der schon fĂźr die EinfĂźhrung der Forstanderskaber verantwortlich war, die Zeitung Atuagagdliutit. Durch Zeitungsdebatten, die wachsende Aufgeklärtheit und das Recht auf Mitbestimmung in der Forstanderskabern entstand ab dem späten 19. Jahrhundert erstmals ein NationalgefĂźhl bei den GrĂśnländern, die bisher kaum ein Verständnis fĂźr Ereignisse auĂerhalb der eigenen lokalen Gemeinschaft hatten.cite-ref-82[73]cite-ref-trap2022-113-123-80-2[71]
Neuordnung und Zweiter Weltkrieg (1905 bis 1953)
Die Herrnhuter hatten GrÜnland im Jahr 1900 verlassen und ihre GemeindeangehÜrigen der dänischen Mission ßbertragen, da alle GrÜnländer getauft waren und sie ihre Aufgabe somit als erfßllt ansahen. 1905 wurde durch das Kirchen- und Schulgesetz auch von dänischer Seite das Missionsgebiet offiziell in die dänische Volkskirche eingegliedert und die Missionsdistrikte in Kirchengemeinden umgewandelt. Zugleich war jedoch 1894 die Missionierung der Tunumiit in OstgrÜnland begonnen worden und 1909 die Missionierung der Inughuit in NordwestgrÜnland.
Aufgrund des sinkenden Marktinteresses fßr Robbentran durch die zunehmende Nutzung mineralischer Brennstoffe begann der KGH Ende des 19. Jahrhunderts wieder Handelsdefizite zu machen, was zu einer administrativen Neuordnung fßhrte. 1911 wurden die Kolonialdistrikte in Gemeinden unterteilt, deren Hauptorte die Udsteder waren, und in jeder Gemeinde ein Gemeinderat eingefßhrt. Zugleich wurden die Forstanderskaber durch Grønlands Landsrüd abgelÜst, ein beratendes Parlament mit eingeschränkter Entscheidungsgewalt, das zweigeteilt fßr Nord- und SßdgrÜnland zuständig war. Handel und Verwaltung wurden getrennt, fortan war Grønlands Styrelse fßr die Administration zuständig. 1925 wurde bei einer weiteren Reform das Amt des Inspektors in Nord- und SßdgrÜnland durch den Landsfoged abgelÜst. Zudem wurde in den Kolonialdistrikten ein Sysselrat als Zwischenstufe zwischen Gemeinderat und Landesrat eingefßhrt, der somit dieselben Gebiete abdeckte wie die alten Forstanderskaber. Im Zuge der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme begann sich die Wirtschaftsstruktur zu wandeln und der Fokus wandelte sich ab dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts vom Robbenfang zur Fischerei. Daneben entstand in SßdgrÜnland in dieser Zeit die Landwirtschaft als weiterer Wirtschaftszweig und der Bergbau intensivierte sich. Die neuen Wirtschaftsstrukturen fßhrten zum Beginn einer Zentralisierung und Urbanisierung.
Obwohl Dänemark Anspruch erhob, dass die gesamte Insel GrÜnland eine dänische Kolonie sei, gab es immer wieder Streit mit Norwegen um die Ostkßste GrÜnlands. Der Konflikt eskalierte 1931, als norwegische Fischer mit dem Wohlwollen ihrer Regierung das unbewohnte Eirik Raudes Land in NordostgrÜnland und kurz darauf Fridtjof Nansens Land in SßdostgrÜnland okkupierten. Der Ständige Internationale Gerichtshof in Den Haag entschied 1933, dass ganz GrÜnland zu Dänemark gehÜrte, womit die Territorialansprßche geklärt waren.cite-ref-83[74]cite-ref-trap2022-113-123-80-3[71]
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Hauptartikel
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GrĂśnland im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurde Dänemark am 9. April 1940 im Rahmen der Operation WeserĂźbung von der Wehrmacht besetzt und blieb bis zum Kriegsende unter deutscher Besatzung. Damit war GrĂśnland von Dänemark abgeschnitten. Die Landsfogeder Ăźbernahmen die Staatsgewalt und gemeinsam mit den beiden Landesräten stimmten sie einer Versorgung durch die Vereinigten Staaten zu. Diese gingen am 9. April 1941 mit dem dänischen Botschafter Henrik Kauffmann einen Vertrag ein, der die Errichtung von US-amerikanischen Basen in GrĂśnland genehmigte, woraufhin GrĂśnland erstmals eine militärstrategische Rolle einging. 1946 schlug US-Präsident Harry Truman bei einem Treffen der AuĂenminister der Vereinigten Staaten und Dänemarks in New York der dänischen Regierung vor, GrĂśnland fĂźr 100 Millionen Dollar in Gold (2025 etwa 1,6 Milliarden Dollar entsprechend) zu kaufen, was Dänemark ablehnte. Die Episode wurde erst 45 Jahre später von der dänischen Zeitung Jyllands-Posten bekannt gemacht.cite-ref-84[75]
Nach dem Krieg entstand in GrĂśnland eine Aufbruchstimmung und es wurde eine Dekolonisierung angestrebt. In der Folge wurden 1950 beide Landesteile vereinigt, die Kolonialdistrikte abgeschafft und durch neue Gemeinden ersetzt, womit es fortan nur noch einen Landesrat und 16 Gemeinderäte gab. Der Landsfoged wurde durch einen Landshøvding ersetzt. Zudem verlor der KGH das Handelsmonopol Ăźber GrĂśnland und das Land wurde fĂźr den Freihandel geĂśffnet. Am 5. Juni 1953 wurde GrĂśnland schlieĂlich offiziell dekolonisiert und ein gleichwertiger Teil Dänemarks, der zudem zwei Sitze im Folketing erhielt.cite-ref-85[76]cite-ref-trap2022-123-134-86-0[77]
Postkolonialzeit (1953 bis 1979)
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Hauptartikel
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G50-Politik
Nach Kriegsende blieben die USA in GrĂśnland präsent und bauten Anfang der 1950er Jahre einige ihrer Militärstationen zu grĂśĂeren LuftstĂźtzpunkten aus, vor allem die Thule Air Base in NordwestgrĂśnland. GrĂśnland spielte im Kalten Krieg eine zentrale Rolle, da das Land auf halber Strecke Ăźber den Nordpol zwischen den USA und der Sowjetunion lag. NordgrĂśnland und OstgrĂśnland wurden erst 1961 in die Ăźbrige Kommunalstruktur eingegliedert.
Nach der Dekolonisierung setzte Dänemark alles daran, GrĂśnland zu einem Landesteil auszubauen, der Ăźber denselben Lebensstandard wie der Rest des Landes verfĂźgte. Die Infrastruktur wurde stark ausgebaut und das Gesundheitssystem verbessert, wodurch die bisher von Tuberkulose geprägte Sterberate stark zurĂźckging und die Einwohnerzahl sich zwischen 1950 und 1970 auf rund 46.000 Menschen verdoppelte. Zugleich verzehnfachte sich die Zahl an in GrĂśnland arbeitenden Dänen. Viele grĂśnländische Kinder wurden fĂźr ein Jahr nach Dänemark in Internate und Pflegefamilien geschickt, um die dänische Sprache und Kultur zu erlernen. Mit der Zeit wurde GrĂśnland stark danifiziert. Die als G50- bzw. G60-Politik bekannte Politik dieser zwei Jahrzehnte fĂźhrte zu einer raschen Urbanisierung und der Aufgabe Dutzender Wohnplätze, während in den Städten Wohnblocks errichtet wurden. Die explosionsartige Modernisierung GrĂśnlands begann in den 1960er Jahren deutliche Nebenwirkungen zu zeigen. Soziale Probleme, Alkoholabhängigkeit, Kriminalität und Selbstmorde verbreiteten sich, was mit der plĂśtzlichen Kulturentfremdung der traditionellen fischerei- und jagdbasierten Dorfgemeinschaften hin zu einer industrialisierten StadtbevĂślkerung in groĂen Teilen GrĂśnlands begrĂźndet wird. Im Nachhinein wird die postkoloniale Periode in GrĂśnland als eigentliche EinfĂźhrung des Kolonialismus in GrĂśnland gesehen, da durch die erzwungene Modernisierung die traditionelle grĂśnländische Kultur in vielen Bereichen verschwand.
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Hauptartikel
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ZwangsverhĂźtung in GrĂśnland
Zur Verringerung des BevÜlkerungswachstums lieà die dänische Regierung an mehr als 4500 minderjährigen und jungen erwachsenen Frauen der Inuit, etwa der Hälfte der gebärfähigen Frauen, verdeckte Zwangssterilisationen mit Spiralen durchfßhren. Viele der jungen Frauen erlitten in der Folge gesundheitliche Komplikationen, wurden dauerhaft unfruchtbar und litten unter psychischen Problemen. Die Praktik wurde von den Verantwortlichen lange vertuscht und ist erst 2022 durch Recherchen des dänischen Radios aufgedeckt worden.cite-ref-87[78] Nachdem 143 betroffene den dänischen Staat wegen der Verletzung ihrer Menschenrechte verklagten, entschuldigte sich die dänische Regierung 2025 bei den Opfern.cite-ref-88[79]cite-ref-89[80]
Es entwickelte sich eine Opposition, die die grĂśnländische Mitbestimmung und eine FĂśrderung der grĂśnländischen Kultur forderte. 1973 trat Dänemark und damit auch GrĂśnland der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bei, was wegen der Fischereipolitik zu groĂem Widerstand in GrĂśnland fĂźhrte. Dies befĂśrderte den Wunsch nach Autonomie noch mehr. Nach rund fĂźnf Jahren Arbeit wurde in GrĂśnland am 1. Mai 1979 die Hjemmestyre eingefĂźhrt und GrĂśnland wurde autonom.cite-ref-90[81]cite-ref-trap2022-123-134-86-1[77]
Autonomie (seit 1979)
GrĂśnland erhielt 1979 ein Parlament und eine Regierung. Nach einem Referendum 1982 trat es 1985 aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft aus. 1986 wurde der KGH, der bis 1950 das Handelsmonopol innegehabt hatte, aufgelĂśst und in eine Reihe Staatsunternehmen umgewandelt. Im Jahr darauf wurde auch die GTO, die fĂźr die Infrastruktur zuständig war, verstaatlicht und in Nuna-Tek umbenannt (heute Nukissiorfiit). In der Folge wurde 1987 das dänische GrĂśnlandministerium aufgelĂśst. GrĂśnland war wirtschaftlich stark von Dänemark abhängig und musste sich nach dem Ende des Fischereibooms auf die Garnelenfischerei konzentrieren. Ab den 1990er Jahren verstärkte sich die Urbanisierung, zudem emigrierten immer mehr GrĂśnländer nach Dänemark, während sich die sozialen Probleme verstärkten. Nachdem um 2000 der Wunsch nach noch mehr Autonomie aufgekommen war, wurde am 21. Juni 2009 die Selvstyre (âSelbstverwaltungâ) eingefĂźhrt. GrĂśnland erhielt so das Recht an den eigenen groĂen Rohstoffvorkommen wie Seltene Erden, deren Abbau jedoch bergbautechnisch schwierig und in der BevĂślkerung umstritten ist und deswegen bisher nicht realisiert wurde.cite-ref-91[82]cite-ref-92[83]
Zunahme der US-amerikanischen Interessen an GrĂśnland (seit 2019)
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Hauptartikel
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Zunahme der US-amerikanischen Interessen an GrĂśnland ab den 2010er Jahren
US-Präsident Donald Trump erklärte seit 2019 mehrfach, dass er aus militärstrategischen GrĂźnden (siehe GIUK-LĂźcke) einen Anschluss GrĂśnlands an die Vereinigten Staaten anstrebe, was international bisher abgelehnt wird.cite-ref-93[84] Im Januar 2026 bekräftigten mehrere europäische Staaten Ăśffentlich dessen Autonomie, nachdem die USA ihr Interesse an der Insel verstärkten: Es wurde betont, dass Ăźber den Status der Insel ausschlieĂlich Dänemark und GrĂśnland selbst entscheiden. Zugleich verwiesen europäische NATO-Mitglieder auf eine verstärkte sicherheitspolitische Zusammenarbeit in der Arktis.cite-ref-94[85] DemgegenĂźber betonten US-Regierungsvertreter, der Anspruch auf die Kontrolle Ăźber GrĂśnland sei die âoffizielle Position der US-Regierungâ. Dänemarks Regierung ist inzwischen Ăźberzeugt, dass es die Trump-Administration mit ihren Bestrebungen ernst meine.cite-ref-95[86] Dänische Politikanalysten wiesen darauf hin, dass die Infiltration der politischen Elite der Insel durch US-Kapital begonnen habe und insbesondere der US-Investor Ronald Lauder einflussreiche Politiker proaktiv in sein Beziehungsnetz einbinde, um Trumps Pläne voranzutreiben.cite-ref-96[87] Im Januar 2026 lehnten die Vorsitzenden der fĂźnf im grĂśnländischen Parlament vertretenen Parteien in einer gemeinsamen Erklärung den Gebietsanspruch der USA ab (âWir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen GrĂśnländer sein.â).cite-ref-97[88]
Neben klimawandelbedingtem Interesse an transpolaren Handelswegen, der Verschiebung von Sicherheitsinteressen und den Rohstoffvorkommen GrĂśnlands wird die Motivation Donald Trumps mancherorts mit dem mutmaĂlichen Einfluss der Technokratischen Bewegung in Verbindung gebracht, deren US-amerikanische Vordenker um Howard Scott ab den 1930er Jahren ein vereinigtes Nordamerika ersannen.cite-ref-98[89]cite-ref-99[90]
Politik
Allgemeines
GrĂśnland ist ebenso wie das Kernland Dänemark und die FärĂśer ein autonomer Bestandteil des KĂśnigreichs Dänemark und bildet zusammen mit den anderen beiden Ländern die RigsfĂŚllesskab (âReichsgemeinschaftâ). Die drei Länder haben eine enge Zusammenarbeit, die in den vergangenen Jahren intensiviert wurde, aber aufgrund politischer Spannungen auch mehr und mehr herausgefordert wird. Im AuĂenverhältnis dieser Reichsgemeinschaft ist GrĂśnland Teil internationaler Verträge und Abkommen mit Dänemark, beispielsweise ist es Mitglied der NATO, allerdings nicht der EU (mit der GrĂśnland aber als eines der Ăberseeischen Länder und Hoheitsgebiete assoziiert ist). Die grĂśnländische Verfassung ist das 1953 beschlossene dänische Grundgesetz (Danmarks Riges Grundlov), was in dessen § 1 festgeschrieben ist.cite-ref-grundlov-100-0[91]cite-ref-101[92]cite-ref-trap2022-231-245-102-0[93]
GrĂśnland ist laut Kapitel 1 des Selvstyregesetzes (Gesetz Nr. 473) eine Demokratie mit einer dreigeteilten Staatsgewalt. Die seit 2009 gĂźltige Regierungsform heiĂt Selvstyre (âSelbstverwaltungâ) und ersetzte die ab 1979 gĂźltige Hjemmestyre (âHeimverwaltungâ). Beide Autonomiestufen haben die MĂśglichkeit geschaffen, dass GrĂśnland den GroĂteil der Regierungsaufgaben vom dänischen Staat Ăźbernehmen kann (vgl. Kapitel 2 des Selvstyregesetzes). Ausgeschlossen sind davon die Verteidigungspolitik und die AuĂenpolitik. Laut Kapitel 8 obliegt die Entscheidung Ăźber die grĂśnländische Unabhängigkeit einzig dem (nicht eindeutig definierten) grĂśnländischen Volk im Rahmen einer Volksabstimmung.cite-ref-trap2022-245-265-54-2[45]cite-ref-103[94]
Da das KĂśnigreich Dänemark eine konstitutionelle Monarchie ist, ist GrĂśnlands Staatsoberhaupt ebenso der dänische KĂśnig Frederik X., wobei die KĂśnigsfamilie in GrĂśnland groĂe Popularität genieĂt. Das Staatsoberhaupt wird seit 2022 von Reichsombudsfrau Julie PrĂŚst Wilche vertreten. Das Amt des Reichsombudsmanns entstand 1979 aus dem des Landshøvdings, dessen Vorgänger fĂźr die Verwaltung des kolonialen GrĂśnlands zuständig waren. Der Reichsombudsmann dient als Bindeglied zwischen der grĂśnländischen Autonomieregierung und dem dänischen Staat und nimmt vor allem organisatorische und koordinatorische Aufgaben wahr.cite-ref-trap2022-231-245-102-1[93]
Regierung
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Hauptartikel
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Naalakkersuisut
Die grĂśnländische Exekutive ist das Naalakkersuisut, die Regierung. Sie besteht aus meist etwa sieben bis zehn Ministern, die offiziell den Titel Naalakkersuisoq (âDer schafft, was Folge zu leisten istâ) tragen. Der Name Naalakkersuisut ist das entsprechende Pluralwort. Unter ihnen ist der Regierungschef, der den offiziellen Titel Naalakkersuisut Siulittaasuat (âVorsitzender des Naalakkersuisutâ) trägt. Aktueller Regierungschef seit dem 7. April 2025 ist Jens Frederik Nielsen, der derzeit das Kabinett Nielsen anfĂźhrt.
Siehe auch
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Liste der Regierungschefs von GrĂśnland
Der gesetzliche Rahmen fßr das Naalakkersuisut wird in Kapitel 3 des Gesetzes ßber Inatsisartut und Naalakkersuisut (Gesetz Nr. 26/2010) geregelt.cite-ref-gesetz-ina-naa-104-0[95] Die Regierung wird vom Parlament gewählt und kontrolliert. Die Minister sind häufig, aber nicht zwangsläufig Mitglieder des Parlaments. Es ist ßblich, dass diese mit Ausnahme des Regierungschefs während der Tätigkeit als Minister von den Parlamentsaufgaben beurlaubt sind.cite-ref-trap2022-245-265-54-3[45]
Die Regierung wird Ăźblicherweise mit Koalitionen gebildet, die die Parlamentsmehrheit ausmachen. Lediglich von 1988 bis 1991 und von 2018 bis 2020 waren Minderheitsregierungen an der Macht. Die Koalitionsregierungen decken häufig ein breites politisches Spektrum ab, sind aber auch meist instabil, sodass es regelmäĂig zu Koalitionswechseln und Neuwahlen kommt.cite-ref-trap2022-245-265-54-4[45]
Parlament
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Hauptartikel
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Inatsisartut
Die grĂśnländische Legislative ist das Inatsisartut (âDie Befehlendenâ), das Parlament. Es besteht aus 31 Abgeordneten (Inatsisartunut Ilaasortat âMitglieder des Inatsisartutâ), die maximal alle vier Jahre neu gewählt werden.cite-ref-trap2022-245-265-54-5[45] Dem Parlament steht ein Parlamentspräsidium aus dem Parlamentspräsidenten und vier Parlamentsvizepräsidenten vor. Aktueller Parlamentspräsident ist seit 2025 Kim Kielsen, der dem 15. Inatsisartut vorsteht.
Der gesetzliche Rahmen fßr das Inatsisartut wird in Kapitel 2 des Gesetzes ßber Inatsisartut und Naalakkersuisut (Gesetz Nr. 26/2010) geregelt. Das Parlament ist fßr die Gesetzgebung zuständig, genehmigt den jährlichen Haushaltsplan und ist fßr die Kontrolle der Regierung zuständig.cite-ref-gesetz-ina-naa-104-1[95]
Das Inatsisartut wählt einen Ombudsmann (derzeit Gedion Jeremiassen), der fßr die Kontrolle der Verwaltungsaufgaben von Regierung und Kommunen zuständig ist.cite-ref-trap2022-245-265-54-6[45]
Im grÜnländischen Parlament sind ßblicherweise rund fßnf Parteien vertreten, seit 1979 waren es minimal zwei und maximal sieben. Die bedeutendsten Parteien sind heutzutage die Siumut und die Inuit Ataqatigiit. Die Atassut war ursprßnglich eine der beiden Volksparteien, hat ihre Wählerschaft seit 2002 vor allem an die Demokraatit verloren. Die Naleraq konnte seit ihrer Grßndung 2014 ebenfalls dauerhaft Wähler an sich binden. Daneben gab es häufig kleinere Parteien, die meist nur eine bis zwei Legislaturperioden ßberlebten. Die Einordnung im politischen Spektrum ist kompliziert und kann nur durch ein zweidimensionales Modell dargestellt werden, da neben Liberalität die Einstellung zur Unabhängigkeitsfrage als zweiter Faktor hinzukommt. Die Inuit Ataqatigiit ist tendenziell sozialistisch ausgerichtet, während Demokraatit und Atassut liberale Politik vertreten. Die Siumut ist sozialdemokratisch, deckt aber ein breites Meinungsspektrum ab. Auf der Unabhängigkeitsachse stehen sich die Naleraq als separatistisch und die Atassut als unionistisch gegenßber, während die ßbrigen drei Parteien pragmatische Haltungen vertreten, die eine Unabhängigkeit in ferner Zukunft anstreben.cite-ref-trap2022-245-265-54-7[45]
Siehe auch
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Liste der politischen Parteien in GrĂśnland
Polizei- und Rechtswesen
Obwohl es einen grĂśnländischen Justizminister gibt, ist die grĂśnländische Judikative aus verfassungsmäĂigen GrĂźnden ein Teil des dänischen Rechtssystems. Grundpfeiler bilden die vier Kreisgerichte und das Retten i Grønland (âGericht in GrĂśnlandâ). Die Kreisgerichte dienen als Strafgerichte, Familiengerichte, Nachlassgerichte und Vollstreckungsgerichte und sind mit einem Kreisrichter ohne juristische Ausbildung und zwei SchĂśffen besetzt. Das Retten i Grønland fungiert als Zivilgericht und Insolvenzgericht und ist mit ausgebildeten Juristen besetzt. HĂśchste grĂśnländische Instanz ist Grønlands Landsret (âGrĂśnlands Landesgerichtâ), das mit einem Landesrichter und zwei SchĂśffen besetzt ist und nur als Berufungsgericht fungiert. Dem Landsret ist das Højesteret als oberste Instanz Ăźbergeordnet, das in besonderen Fällen angerufen werden kann. Aktuelle Landesrichterin ist seit 2017 Kirsten Thomassen. Daneben fungiert Finn Meinel seit 2017 als Landesverteidiger.
Die grÜnländischen Gerichte entscheiden auf Basis der gßltigen Gesetzgebung, die teils aus dänischen und teils aus grÜnländischen Gesetzen besteht. Im Rahmen des Selvstyrelovens kann GrÜnland eigene Gesetze anstelle der dänischen einfßhren.cite-ref-105[96]
Das Polizeiwesen in GrĂśnland ist als exekutiver Teil des grĂśnländischen Rechtswesens ebenfalls dem dänischen Polizeiwesen unterstellt und bildet einen Polizeikreis, dem ein Polizeimeister vorsteht. Die grĂśnländische Polizei fungiert als Staatsanwaltschaft und nimmt daneben die Sicherstellung der Ăśffentlichen Sicherheit wahr sowie behĂśrdliche Aufgaben wie die Ausstellung von Ausweisen, FĂźhrerscheinen und anderen Genehmigungen. HierfĂźr gibt es 18 Polizeistationen in den Städten. In den DĂśrfern wird die Polizei durch GemeindevĂśgte â Ansässige ohne polizeiliche Ausbildung â vertreten, die dort fĂźr Ordnung sorgen und gewisse Polizeiaufgaben Ăźbernehmen.
Die StrafvollzugsbehĂśrde (Kriminalforsorgen, wĂśrtlich âKriminalfĂźrsorgeâ) ist fĂźr die Durchsetzung von vor Gericht beschlossenen Strafen zuständig. Sie ist unabhängig von der gleichnamigen dänischen Institution. Historisch verzichtete man in GrĂśnland auf Gefängnisse und nutzte stattdessen Anstalten fĂźr offenen Vollzug, die die Resozialisierung erleichtern sollten. Obwohl 2019 in Nuuk eine geschlossene Anstalt erĂśffnet wurde, um bisher in Dänemark untergebrachte Schwerverbrecher in GrĂśnland inhaftieren zu kĂśnnen, und die meisten Ăźbrigen Anstalten ebenfalls nur selten Freigang erlauben, ist das dänische Wort fĂŚngsel (âGefängnisâ) in GrĂśnland ungebräuchlich. Die Anzahl an Personen im Strafvollzug in GrĂśnland proportional zur BevĂślkerung Ăźbersteigt das skandinavische Niveau deutlich.cite-ref-trap2022-231-245-102-2[93]
Siehe auch
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Grønlands Landsret #Geschichte
AuĂen- und Verteidigungspolitik
Die AuĂen- und Verteidigungspolitik GrĂśnlands obliegt dem dänischen Staat. Dennoch verfĂźgt GrĂśnland Ăźber einen AuĂenminister und ein Mitspracherecht in allen Angelegenheiten, die GrĂśnland selbst betreffen. Dieses Mitspracherecht wächst seit der Jahrtausendwende stetig.cite-ref-trap2022-231-245-102-3[93]cite-ref-106[97]
GrÜnland verfßgt als Teil der RigsfÌllesskab ßber keine Botschaften in anderen Ländern. Allerdings hat das Land diplomatische Vertreter in Dänemark, in Island, in den Vereinigten Staaten, in China und bei der Europäischen Union.cite-ref-107[98] In GrÜnland gibt es ein isländisches und ein US-amerikanisches Konsulat sowie mehrere Honorarkonsulate.cite-ref-108[99]cite-ref-109[100] Fßr 2026 ist zudem die ErÜffnung eines franzÜsischen Konsulats geplant.cite-ref-110[101]
Siehe auch
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Liste der grÜnländischen Auslandsrepräsentationen
GrĂśnland ist weder Teil der Europäischen Union noch des Schengen-Raums. Die grĂśnländische Mitgliedschaft in der Europäischen Union wurde 1982 durch ein Referendum beendet. GrĂśnland arbeitet mit Island und den FärĂśern im Westnordischen Rat zusammen (seit 1985/1997). Weiterhin ist es als Teil der dänischen Delegation seit 1983 Mitglied im Nordischen Rat. Am 5. September 2007 wurde das Ă
landsdokument beschlossen, das den Autonomiegebieten Ă
land, den FärÜern und GrÜnland die gleichwertige Mitgliedschaft im Nordischen Rat ermÜglicht.cite-ref-trap2022-231-245-102-4[93]
Die Verteidigung GrÜnlands obliegt dem dänischen Militär und wird von dessen Arktisk Kommando (zuvor von der Vorgängerorganisation Grønlands Kommando) ßbernommen. De facto ßbernehmen die Vereinigten Staaten jedoch ebenfalls Verteidigungsaufgaben in GrÜnland ßber ihre Präsenz auf der Pituffik Space Base.cite-ref-trap2022-231-245-102-5[93]
Wirtschaft
Allgemeines
Das grĂśnländische Bruttoinlandsprodukt betrug 2023 rund 3,33 Mrd. US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt rund 58.765 US-Dollar.cite-ref-bip-2-1[2] Nach letzterem Wert befindet sich GrĂśnland knapp vor Ăsterreich und rund 15 % hinter dem Mutterland Dänemark.cite-ref-111[102] GrĂśnlands Handelsdefizit erreichte 2011 2,71 Mrd. Dänische Kronen (507 Mio. US-Dollar), lag 2024 aber nur noch bei 1,58 Mrd. Dänischen Kronen (229 Mio. US-Dollar).cite-ref-112[103] Die grĂśnländische Wirtschaft ist stark vom jährlichen inflationsregulierten Bloktilskud (âBlockzuschussâ) abhängig, durch den GrĂśnland 2023 4.141,5 Mio. Dänische Kronen (601 Mio. US-Dollar) vom dänischen Staat erhielt.cite-ref-113[104] Ein GroĂteil des AuĂenhandels läuft Ăźber Dänemark. 2003 wurden 95 % der Produkte nach Dänemark exportiert und 60 % aus Dänemark importiert.cite-ref-114[105]
GrÜnlands Arbeitslosenquote erreichte 2014 den HÜchststand von 10,3 %, sank bis 2023 aber auf 2,9 %.cite-ref-115[106]cite-ref-116[107] Allerdings waren 2019 25,7 % der Personen im arbeitsfähigen Alter kein Teil des Arbeitsmarkts. Zwei Drittel waren in Frßhrente, wegen Behinderung arbeitsunfähig oder in Mutterschaftsurlaub, während ein Drittel vor allem junge sozial schwache Personen waren, die sich nicht als arbeitslos registriert haben.cite-ref-trap2022-281-292-117-0[108]
Die grĂśnländische Wirtschaft ist wenig diversifiziert. Nach Wirtschaftssektoren machte der Primäre Sektor 2015 12 % in Städten und 32 % in DĂśrfern aus. Der Sekundäre Sektor machte 9 % in Städten und 2 % in DĂśrfern aus. Der Tertiäre Sektor lässt sich in Dienstleistungen (37 % in Städten, 34 % in DĂśrfern) und Ăffentliche Verwaltung aufteilen (40 % in Städten, 32 % in DĂśrfern).cite-ref-118[109] 2019 gab es knapp 27000 Arbeitnehmer und 4000 Unternehmen in GrĂśnland, von denen etwa die Hälfte selbstständige Fischer und Jäger in Einzelunternehmen waren. 2020 waren 42,2 % in der Ăffentlichen Verwaltung angestellt, 18,7 % im Jagd- und Fischereisektor, 10,9 % im Handel, 8,0 % im Dienstleistungssektor, 7,3 % im Bausektor, 7,2 % im Logistiksektor, 1,6 % in der Energie- und Wasserversorgung, 0,3 % in der Landwirtschaft und 3,8 % in sonstigen Bereichen.cite-ref-trap2022-281-292-117-1[108]
Durch die groĂen Abstände und die geringe BevĂślkerung des Landes ist in vielen Bereichen eine freie Marktwirtschaft mit Problemen verbunden, da hohe Kosten und geringe Nachfrage zu hohen Preisen fĂźhren wĂźrden. Die geringe Einwohnerzahl verhindert zudem wirtschaftliche Konkurrenz, sodass fĂźr viele Produkte nur ein monopolistischer Anbieter existiert. Zahlreiche gesellschaftlich wichtige Wirtschaftsaufgaben (Versorgung, Transport etc.) werden staatlich subventioniert oder direkt von den 14 Staatsunternehmen (Stand 2023) Ăźbernommen, von denen die fĂźnf grĂśĂten 2021 einen Umsatz von rund 11,2 Mrd. Dänischen Kronen erwirtschafteten. In Europa werden die meisten dieser wirtschaftlichen Zweige von Privatunternehmen dominiert.cite-ref-trap2022-281-292-117-2[108]
Jagd, Fischerei und Landwirtschaft
Jagd
Die Jagd war frĂźher die einzige MĂśglichkeit fĂźr das Ăberleben der Inuit. Zu den traditionellen Beutetieren gehĂśren Robben, Wale, Eisbären, Rentiere, FĂźchse, Hasen und VĂśgel. Die Jagd ist weiterhin ein bedeutender Teil der grĂśnländischen Kultur und dient vor allem in den DĂśrfern sowie besonders in Nord- und OstgrĂśnland als wichtiger Teil der Versorgung. Etwa 1900 Personen sind Berufsjäger, weitere 5000 Freizeitjäger. Die Jagd ist auf Grundlage biologischer Expertise durch Jagdquoten gesetzlich reguliert, um eine nachhaltige Ressourcennutzung zu gewährleisten. Dies fĂźhrt häufig zu Konflikten, da Berufsjäger ein geringes Einkommen haben und somit oft nicht noch zusätzlich finanziell durch Regulierungen eingeschränkt werden kĂśnnen.cite-ref-119[110]cite-ref-trap2022-281-292-117-3[108]
Fischerei
Die Fischerei wurde von den Inuit traditionell weniger getätigt. Während die Kolonialwirtschaft die ersten knapp 200 Jahre auf Basis der Jagd fungiert hatte, fasste die Fischereiwirtschaft erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts Fuà in GrÜnland. Besonders die Dorschfischerei war bedeutend und konnte ab den 1930er Jahren die rßckläufigen Robbenbestände wirtschaftlich aufwiegen. Der Dorschfang fßhrte in GrÜnland zu Wohlstand, brach aber um 1970 zusammen. Damit begann die Phase der Krabbenfischerei, die bis heute andauert und die Hauptgrundlage fßr den grÜnländischen Export bildet. Daneben macht die Heilbuttfischerei einen bedeutenden Teil der Fischereiwirtschaft aus.cite-ref-120[111] Der Sektor wird vom Staatsunternehmen Royal Greenland und dem konkurrierenden Privatunternehmen Polar Seafood dominiert. Etwa 4400 Personen waren 2019 im Fischereisektor beschäftigt.cite-ref-trap2022-281-292-117-4[108] Die Fischerei macht heute 95 % der Exporte GrÜnlands aus, was die wirtschaftliche Lage extrem abhängig von Beständen und Preisen macht.cite-ref-121[112]cite-ref-trap2022-281-292-117-5[108]
Landwirtschaft
Bereits die GrĂŚnlendingar betrieben im Mittelalter in SĂźdgrĂśnland Landwirtschaft. Im 18. Jahrhundert begann Anders Olsen an derselben Stelle mit der Rinderhaltung in Igaliku, aber sie endete nach einigen Generationen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leitete Jens Chemnitz in Narsarmijit mit der Schafhaltung die moderne grĂśnländischen Tierhaltung ein. In den folgenden Jahrzehnten breitete sich die Schafzucht mit UnterstĂźtzung von Grønlands Styrelse Ăźber ganz SĂźdgrĂśnland aus. 1927 gab es 5.000 Mutterschafe,cite-ref-trap2022-70-75-122-0[113] aber die Anzahl erreichte 1966 mit 48.000 Tieren einen HĂśchststand, bevor ein besonders harter Winter die Bestände mehr als halbierte. Die Tiere werden in den Schäfersiedlungen, einzeln stehenden BauernhĂśfen vor allem im Distrikt Narsaq gehalten.cite-ref-landbrugsstrategi-123-0[114] Seit 1980 gibt es konstant etwa 20.000 Mutterschafe in GrĂśnland sowie insgesamt 50.000 lebende Schafe im Sommer.cite-ref-trap2022-70-75-122-1[113] Etwa 20.000 Lämmer werden pro Jahr geschlachtet, welche 2019 39 SchafzĂźchtern gehĂśrten. Daneben gibt es in GrĂśnland heute 300 Rinder, die vier Bauern gehĂśren. Zwei RentierzĂźchter halten etwa 1600 Rentiere.cite-ref-landbrugsstrategi-123-1[114]cite-ref-trap2022-281-292-117-6[108] 242.000 Hektar dienen als Weideflächen. 2014 gab es etwa 1000 Hektar landwirtschaftlich genutztes Land, von denen 99 % fĂźr den Anbau von Futtergras genutzt wurden.cite-ref-trap2022-70-75-122-2[113] Seit etwa 2000 werden in GrĂśnland in kleinem Rahmen Kartoffeln und anderes GemĂźse auf den restlichen 1 % angebaut. Durchschnittlich kommen pro Jahr etwa 100 Tonnen Kartoffeln in den Handel, die von rund fĂźnf bis sechs Bauern angebaut werden. Zu den Ăźbrigen Anbauprodukten gehĂśren MairĂźben, Rhabarber, Kohl, Radieschen und Salat. Eine entscheidende Rolle in der grĂśnländischen Agrarwirtschaft spielt die Versuchsstation in Upernaviarsuk. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Landwirtschaft in GrĂśnland jedoch ein Verlustgeschäft.cite-ref-landbrugsstrategi-123-2[114] Problematisch ist die geringe Bodenqualität, die Einfluss auf den Inhalt von Nährstoffen und die Fähigkeit zur Wasserspeicherung hat, weswegen in hohem MaĂe KunstdĂźnger und kĂźnstliche Bewässerung angewendet werden mĂźssen.cite-ref-trap2022-70-75-122-3[113]
Bergbau
GrĂśnland ist reich an Rohstoffen. An der KĂźste befinden sich grĂśĂere Vorkommen von Gold, Platin, Kupfer, Zink, Nickel, Molybdän und Eisen. Daneben gibt es auch Rubine und Diamanten.cite-ref-125[115.1] Dennoch waren 2019 unter 100 Personen im Bergbau beschäftigt, da der Weltmarkt, fehlende Infrastruktur und die damit verbundenen hohen Abbaukosten sowie inner- und geopolitische Konflikte den Ausbau des Bergbausektors in GrĂśnland erschweren.cite-ref-trap2022-281-292-117-7[108]
Mit dem Abbau von Kohle in der Diskobucht (Ritenbenk Kulbrud) wurde im kolonialen GrÜnland 1782 erstmals Bergbau betrieben. Die Vorkommen dienten aber eher zur lokalen Versorgung. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der industrielle Bergbau in GrÜnland mit Grafitabbau in NordgrÜnland und Kupferbergbau in SßdgrÜnland. Fast zeitgleich erÜffnete die Kryolithmine in Ivittuut, die 130 Jahre aktiv war. Der Kohlebergbau wurde ab etwa 1900 industrialisiert, zuerst in Qaarsuarsuk, dann in Qullissat. Qullissat wurde im 20. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Städte des Landes, bis sie in den 1970er Jahren, als die Vorkommen aufgebraucht waren, gegen den Willen der BevÜlkerung aufgegeben wurde. In den 1970er und 1980er Jahren war die Blei- und Zinkmine in Maamorilik von Bedeutung, wo zuvor bereits Marmor abgebaut worden war. Seit der Jahrtausendwende gibt es mehrere Versuche in Nalunaq Gold abzubauen.cite-ref-126[116]cite-ref-trap2022-281-292-117-8[108] Seit 1969 wurde vor der grÜnländischen Kßste ErdÜl gesucht. Die entdeckten Vorkommen wurden aber bisher jedes Mal als unrentabel eingestuft.cite-ref-127[115.2] 2021 wurde beschlossen, die Suche nach ErdÜlvorkommen aus Umweltschutzgrßnden einzustellen, weswegen das staatliche Unternehmen Nunaoil in NunaGreen umgewandelt wurde.cite-ref-trap2022-281-292-117-9[108]
Bei Narsaq befinden sich am Berg Kuannersuit bedeutende Vorkommen von Uran und Seltenen Erden. Diese haben vor allem seit 2010 mehrfach zu politischen Debatten gefĂźhrt. Die Vorkommen sind so groĂ, dass erwartet wird, dass sie die Dominanz Chinas auf dem Weltmarkt brechen und die wirtschaftliche und finanzielle Situation GrĂśnlands verbessern kĂśnnten.cite-ref-128[117] Der potentielle Abbau war während der Regierungszeit von Kuupik Kleist (Inuit Ataqatigiit) interessant geworden, wurde aber durch die Nulltoleranzpolitik verhindert, nach der in GrĂśnland keine radioaktiven Stoffe wie Uran abgebaut werden dĂźrfen. 2013 Ăźbernahm die Siumut wieder die Macht und schaffte das Abbauverbot mit knapper Mehrheit ab. Daraufhin formierte sich in der BevĂślkerung Widerstand, da man die ZerstĂśrung der Umwelt befĂźrchtet. Vor allem erwartet man durch die Minenaktivität eine radioaktive Verseuchung von Gewässern in GrĂśnlands einzigem landwirtschaftlich nutzbaren Gebiet. 2021 verlor die Siumut erneut die Macht an die Inuit Ataqatigiit, die versprochen hatte, das Kuannersuit-Projekt zu stoppen.cite-ref-129[118]cite-ref-130[115.3]
Tourismus
Der Tourismus spielt eine bedeutende Rolle in der grÜnländischen Wirtschaft. Das staatliche Tourismusunternehmen Visit Greenland wirbt mit der arktischen Natur, beispielsweise mit Eisbergen, Polarlichtern und der Tierwelt. Es werden Wander- und Skitouren, Bergbesteigungen sowie Kajak- und Hundeschlittentouren angeboten. Daneben präsentiert man die grÜnländische Kultur, die in den Städten und traditionelleren DÜrfern erlebt werden kann.cite-ref-131[119]
2019 gab es rund 87.000 Flugpassagiere die aus dem Ausland einreisten, wobei die Anzahl tendenziell ansteigt.cite-ref-132[120] Von diesen sind etwa die Hälfte Arbeitnehmer, die andere Hälfte Touristen.cite-ref-trap2022-281-292-117-10[108] Von den Reisenden wohnt knapp die Hälfte in Dänemark, bedeutende Herkunftsländer von Touristen sind daneben vor allem Deutschland, die USA und Kanada.cite-ref-turismestrategi-133-0[121] Etwa 260.000 Ăbernachtungen in grĂśnländischen Hotels gab es 2019, die sich etwa zu gleichen Teilen auf GrĂśnländer und Ausländer verteilten.cite-ref-134[122] Hochsaison fĂźr den Tourismus sind die Sommermonate Juli und August.cite-ref-turismestrategi-133-1[121] Der bedeutendste Tourismuszweig in GrĂśnland ist die Kreuzfahrtschifffahrt, die sich durch die Senkung der KreuzfahrtgebĂźhren 2016 bis 2019 nahezu verdoppelt hat. Von den knapp 50.000 Kreuzfahrttouristen stammen knapp die Hälfte aus Deutschland und den Vereinigten Staaten.cite-ref-135[123] Bedeutendste Anlaufhäfen sind Qaqortoq, Nuuk, Ilulissat, Nanortalik und Sisimiut.cite-ref-136[124] Probleme fĂźr den Tourismus bieten in GrĂśnland die hohen Flugpreise und mangelnde ĂbernachtungsmĂśglichkeiten.cite-ref-turismestrategi-133-2[121] Etwa 800 Personen sind im Hotel- und Restaurantbereich angestellt.cite-ref-trap2022-281-292-117-11[108]
Mit dem Ilulissat-Eisfjord (seit 2004), der sĂźdgrĂśnländischen Kulturlandschaft Kujataa (seit 2017) und der Kulturlandschaft Aasivissuit â Nipisat (seit 2018) hat GrĂśnland drei UNESCO-Welterbestätten. In GrĂśnland befinden sich rund 20 Museen.
Infrastruktur
Verkehr
â
Hauptartikel
:
Verkehr in GrĂśnland
Das grĂśnländische Verkehrswesen ist aufgrund der geografischen Verhältnisse mit einigen Schwierigkeiten versehen. Wegen der häufig bis zu hundert Kilometer groĂen Entfernungen zwischen den Siedlungen und der von Inseln, Fjorden und Gebirgen geprägten Landschaft ist in GrĂśnland kein StraĂennetz mĂśglich. Derzeit gibt es quasi keine bewohnten Orte, die durch eine StraĂe miteinander verbunden sind, lediglich einige Schäfersiedlungen in SĂźdgrĂśnland sind mit Schotterwegen verbunden. Innerhalb der Städte gibt es StraĂen, während in DĂśrfern meist maximal Wege vorhanden sind. Von grĂśĂerer Bedeutung sind Hundeschlitten und Schneemobile.cite-ref-trap2022-272-278-137-0[125]cite-ref-transportkommissionen-138-0[126]
Eine groĂe Rolle spielt der Schiffsverkehr. Alle Orte in GrĂśnland liegen am Wasser und nahezu alle verfĂźgen Ăźber eine Hafenanlage. Der GĂźtertransport fĂźr die Lebensmittelversorgung läuft hauptsächlich Ăźber den Seeweg ab. Diese Lebensmittel werden hauptsächlich vom dänischen Aarhus aus an verschiedene Städte in GrĂśnland verschifft, von wo aus sie an kleinere Häfen und DĂśrfer verteilt werden. Zudem werden Schiffe und Boote fĂźr den Personentransport benutzt. Die Eisverhältnisse erschweren oder verhindern zu bestimmten Jahreszeiten in verschiedenen Landesteilen den Schiffsverkehr. Der GĂźtertransport wird von der Royal Arctic Line durchgefĂźhrt, während die Arctic Umiaq Line und die Disko Line fĂźr den Personenverkehr zuständig sind.cite-ref-trap2022-272-278-137-1[125]cite-ref-transportkommissionen-138-1[126]
Die grĂśĂte Rolle fĂźr den Personentransport spielt aber der Luftverkehr. In GrĂśnland gibt es 14 aktive Flughäfen sowie knapp 50 Hubschrauberlandeplätze. UrsprĂźnglich wurden die Flughäfen in Kangerlussuaq, Narsarsuaq, Kulusuk und Pituffik fĂźr militärische Zwecke gebaut, weswegen sie auĂerhalb der Städte liegen. Um 1980 wurden in Nuuk und Ilulissat die ersten Stadtflughäfen errichtet. Um die Jahrtausendwende wurden sechs weitere Flughäfen in Qaanaaq, Upernavik, Qaarsut (fĂźr Uummannaq), Aasiaat, Sisimiut, Maniitsoq und etwas später auch in Paamiut erĂśffnet. Dazu kommt der im unbewohnten Gelände liegende ursprĂźnglich private Flughafen Nerlerit Inaat (fĂźr Ittoqqortoormiit). Die Flughäfen werden von Mittarfeqarfiit betrieben, während Pilersuisoq fĂźr den Betrieb der Hubschrauberlandeplätze zuständig ist. Air Greenland und regional Disko Line sind fĂźr den Transport zuständig. GrĂśnland verfĂźgt international Ăźber eine Flugverbindung zwischen Kopenhagen und Nuuk sowie von geringerer Bedeutung Flugverbindungen zwischen einigen grĂśnländischen und isländischen Flughäfen, die von isländischen Fluggesellschaften durchgefĂźhrt werden. Von Nuuk aus werden zahlreiche Städte angeflogen, teilweise nur mit Zwischenlandung. Helikopterverbindungen fĂźhren von den Städten zu den einzelnen DĂśrfern. In den 2020er Jahren wurde der internationale Flughafen Kangerlussuaq durch den Flughafen Nuuk und den Flughafen Ilulissat ersetzt.cite-ref-trap2022-272-278-137-2[125]cite-ref-transportkommissionen-138-2[126]
Versorgung
2018 wurden 67 % des grÜnländischen Stromverbrauchs durch Wasserkraft aus fßnf Wasserkraftwerken gedeckt. Das Wasserkraftwerk Bukse Fjord, das Nuuk versorgt, verfßgt ßber die längste freihängende Hochspannungsleitung der Welt.cite-ref-trap2022-53-58-15-2[12] Die ßbrigen Städte, die nicht an Wasserkraftwerke angebunden sind, sowie alle DÜrfer werden durch lokale Dieselgeneratoren mit Strom versorgt.cite-ref-trap2022-272-278-137-4[125]
Die Wärmeversorgung erfolgt in den meisten Städten durch Restwärme von der Stromerzeugung, während in den DĂśrfern Ălheizungen vorherrschen.cite-ref-trap2022-272-278-137-5[125]
Die Wasserversorgung erfolgt dank der aus dem Inlandseis stammenden nahezu unendlichen Trinkwasserressourcen aus lokalen Gewässern, die anschlieĂend in lokalen Wasserwerken aufbereitet werden. In den Städten gibt es grĂśĂtenteils Wasserrohre, die zu den einzelnen Haushalten fĂźhren, während in den DĂśrfern Ăźblicherweise das Wasser aus zentralen Wassertanks abgezapft wird. Da viele Wasserquellen im Winter, vor allem in NordgrĂśnland, zufrieren, erfolgt die Wasserversorgung alternativ durch Meerwasserentsalzung oder das Abschmelzen von Eisschollen.cite-ref-trap2022-272-278-137-6[125]cite-ref-trap2022-53-58-15-3[12] Die geringe VerfĂźgbarkeit von Trinkwasser kann zu Hygieneproblemen fĂźhren und macht zudem häufig eine lokale Fischverarbeitung unmĂśglich.cite-ref-trap2022-272-278-137-7[125]
Die meisten Städte sind zumindest teilweise an eine Kanalisation angeschlossen. Der Rest hat entweder Abwassertanks oder Trockentoiletten. Es gibt keine Klärwerke in GrÜnland,cite-ref-trap2022-272-278-137-8[125] sodass Abwasser ßblicherweise direkt ins Meer geleitet wird oder an Land versickert, was teilweise zu Verunreinigungen in lokalen Gewässern fßhrt.cite-ref-trap2022-53-58-15-4[12]
Die MĂźllentsorgung, die ebenso wie die Abwasserentsorgung eine kommunale Aufgabe ist, erfolgt durch Deponierung auf lokalen MĂźllhalden, die mehr oder weniger regelmäĂig abgebrannt werden, teilweise wird der MĂźll aber auch durch Wetter und Tiere verteilt oder entzĂźndet sich von selbst und lĂśst so umweltmäĂige und gesundheitliche Probleme aus.cite-ref-trap2022-272-278-137-9[125]
Tusass ist fßr die Versorgung der BevÜlkerung mit Mobilfunk und Internet zuständig. Hierfßr existieren Seekabel nach Kanada und Island. In GrÜnland existiert zudem ein Radionetzwerk, das ganz WestgrÜnland abdeckt. Lediglich Nord- und OstgrÜnland werden ßber Satelliten versorgt.cite-ref-trap2022-272-278-137-10[125]
Gesellschaft
Bildung
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Hauptartikel
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Bildungssystem in GrĂśnland
Das grÜnländische Bildungssystem ist vom dänischen Bildungssystem geprägt. Es besteht eine zehnjährige Schulpflicht, die in der Folkeskole absolviert wird.cite-ref-bildung-139-0[127] Jedes Dorf hat eine Schule, Städte häufig mehrere, insgesamt gibt es 23 Stadtschulen und 52 Dorfschulen. Durch die geringen Einwohnerzahlen wird an vielen Dorfschulen nur eine einstellige Zahl an Schßlern aus allen Jahrgängen gemeinsam unterrichtet. Alle bis auf drei Dorfschulen unterrichten allerdings nur bis zur sechsten bis achten Klasse, woraufhin die Schulkinder in die nächstgelegene Stadt ziehen mßssen. Es herrscht generell Lehrermangel und zahlreiche Lehrer haben keine Lehrerausbildung. Nach dem Abschluss der Folkeskole kann eine von 67 Berufsausbildungen oder eine Gymnasialausbildung an einem von vier Gymnasien wahrgenommen werden.cite-ref-trap2022-292-296-140-0[128] Letztere berechtigt zum Besuch der Universität von GrÜnland (Ilisimatusarfik) oder einer ausländischen Universität.cite-ref-bildung-139-1[127] Bis in die 1970er Jahre war die in den 1840er Jahren gegrßndete Lehrerausbildung am Ilinniarfissuaq (Grønlands Seminarium) die hÜchste durchfßhrbare Ausbildung in GrÜnland.cite-ref-trap2022-292-296-140-1[128]
Durch die dänische Missionstätigkeit wurden im kolonialen GrÜnland ab dem 18. Jahrhundert quasi alle grÜnländischen Kinder unter anderem im Lesen und Schreiben unterrichtet. Der Schulunterricht war und ist typischerweise grÜnländischsprachig. In der postkolonialen Phase von den 1950er bis zu den 1970er Jahren wurde jedoch verstärkt auf Dänischsprachigkeit gesetzt und viele grÜnländische Kinder zeitweise zum Schulbesuch nach Dänemark geschickt.cite-ref-141[129]
Das Bildungsniveau in GrĂśnland ist generell recht niedrig und etwa 60 % der BevĂślkerung haben lediglich einen Folkeskoleabschluss ohne Berufsausbildung, was an der groĂen Bedeutung von Jagd und Fischerei liegt, die keiner Ausbildung bedĂźrfen. Ăber die Hälfte der GymnasialschĂźler brechen ihre Gymnasialausbildung ab.cite-ref-trap2022-292-296-140-2[128] Aufgeteilt nach Geschlecht hatten 2021 von den 25- bis 64-Jährigen 55 % (Männer) bzw. 45 % (Frauen) einen Folkeskoleabschluss, 7 % bzw. 11 % einen Gymnasialabschluss oder sonstige Hochschulreife, 26 % bzw. 22 % eine Berufsausbildung und 12 % bzw. 22 % eine Hochschulausbildung.cite-ref-142[130]
Medien
Medien sind als Informations- und Kommunikationsquellen fĂźr GrĂśnland wegen der groĂen physischen Abstände zwischen der BevĂślkerung von groĂer Bedeutung.cite-ref-trap2022-226-227-143-0[131] Bereits 1861 bekam GrĂśnland mit der Atuagagdliutit seine erste Zeitung. Sie war in Landessprache verfasst und diente anfangs nicht als Nachrichtenwerk. Vielmehr handelte es sich um eine Fortsetzungsgeschichtensammlung und später um ein Debattenforum. Die Atuagagdliutit gilt als eine Keimzelle eines gesamtgrĂśnländischen IdentitätsgefĂźhls. Ab 1952 erschien die Atuagagdliutit als Atuagagdliutit/Grønlandsposten (AG) zweisprachig.cite-ref-144[132]
Heute wird das Zeitungswesen vom Medienverlag Sermitsiaq.AG dominiert, der neben der Atuagagdliutit auch die landesweite Zeitung Sermitsiaq herausgibt. Historisch waren in GrĂśnland Lokalzeitungen von groĂer Bedeutung. 1980 gab es noch 21 Lokalzeitungen, 2018 waren es nur noch vier, die grĂśĂtenteils privat verfasst werden und hauptsächlich aus Werbeanzeigen bestehen. Daneben gibt es einige Magazine und Zeitschriften in GrĂśnland.
Ab den 1920er Jahren gab es in GrÜnland vereinzelt Radiosendungen. 1958 wurde die landesweite Rundfunkanstalt Kalaallit Nunaata Radioa (KNR) gegrßndet, die seit 1982 auch ein Fernsehprogramm anbietet. Während die Zeitungen und Onlinenachrichten ßberwiegend zweisprachig sind, ist das Fernseh- und Radioprogramm fast vollständig grÜnländischsprachig. Neben KNR gibt es einige lokale und private Rundfunk- und Fernsehsender. Dänische Fernsehsender kÜnnen aber auch in GrÜnland empfangen werden.
Die grÜnländische Medienlandschaft wird von Sermitsiaq.AG und KNR dominiert. Die ßbrigen Anbieter spielen kaum eine Rolle. Die grÜnländische Medienlandschaft wird häufig fßr ihre schlechte Qualität kritisiert, die daraus resultiert, dass es im ganzen Land nur rund 35 bis 40 Journalisten gibt, von denen rund die Hälfte kein GrÜnländisch spricht, was die Produktion grÜnländischer Nachrichtensendungen oder ausfßhrlicher Zeitungsartikel auf Basis von hochwertigem und ausgewogenem Journalismus stark erschwert.cite-ref-146[133.1]cite-ref-trap2022-226-227-143-1[131]
Das Internet spielt ebenfalls eine groĂe Rolle in GrĂśnland. 2017 benutzten etwa 50 % der BevĂślkerung täglich das Internet. Der Preis pro Megabyte ist zwischen 2007 und 2015 um 95 % gesunken, was zu einer grĂśĂeren Verbreitung gefĂźhrt hat. Das Datenvolumen im Festnetz-Internet hat sich zwischen 2007 und 2017 auf das 145fache gesteigert, das Mobildatenvolumen zwischen 2009 und 2018 sogar auf das 600fache.cite-ref-147[133.2] GrĂśnland gehĂśrt zu den Ländern mit der hĂśchsten Verbreitung von Facebook. Rund zwei Drittel der Bewohner nutzen Facebook täglichcite-ref-148[133.3] und eine Untersuchung von Juli 2018 hat ergeben, dass GrĂśnland die weltweite Rangliste der meisten Facebook-Kommentare pro Monat pro Kopf anfĂźhrt.cite-ref-149[134]
Soziales und Gesundheit
Im kolonialen GrÜnland wurde das traditionelle Sozial- und Gesellschaftssystem der Inuit von einem kolonial gesteuerten Sozialsystem abgelÜst, vor allem mit Einfßhrung der Forstanderskaber (Treuhänder) ab etwa 1860. Die postkoloniale Entwicklungspolitik der 1950er und 1960er Jahre wird ßblicherweise als Ursache fßr soziale Probleme in der grÜnländischen Gesellschaft gesehen, bei der innerhalb von zwei Jahrzehnten die kolonialisierte von Jagd und Fischerei geprägte Gesellschaft in einen industrialisierten Staat umgekrempelt wurde, der dänischen Ansprßchen genßgen sollte und von Urbanisierung und einem daraus resultierenden Kulturverlust geprägt war.cite-ref-151[135.1]cite-ref-trap2022-297-305-152-0[136]
GrĂśnland hat deswegen mit einem komplexen Konstrukt sozialer Probleme zu kämpfen. Alkoholmissbrauch ist weitverbreitet und fĂźhrt häufig zu häuslicher Gewalt und anderen Straftaten sowie Vernachlässigung von Kindern. Diese fĂźhrt häufig zu weiteren psychischen Problemen, die unter der jungen BevĂślkerung regelmäĂig in Suizid enden.cite-ref-153[135.2] GrĂśnland hat mit rund 100 Selbstmorden pro 100.000 Einwohner die mit Abstand hĂśchste Suizidrate der Welt (vgl. Suizid in GrĂśnland).cite-ref-trap2022-297-305-152-1[136] Bei einer Untersuchung zwischen 2005 und 2010 gaben rund 35 % an, in ihrem Leben bereits grobe Gewalt erfahren zu haben, 6 % innerhalb des letzten Jahres. Rund 10 % der Frauen, die nach der Dekolonisierung geboren wurden, gaben an, als Erwachsene Opfer von sexuellem Missbrauch geworden zu sein. Daneben hat die Untersuchung ergeben, dass von den ab 1970 Geborenen rund 35 % der Frauen und 15 % der Männer als Kind sexuell missbraucht worden sind sowie 20 % der Frauen und 4 % der Männer als Jugendliche.cite-ref-154[137] Die Generation der in den 1970er und 1980er Jahren Geborenen ist zu rund 70 % in Familien mit Alkoholmissbrauch aufgewachsen, in der Generation ab 1995 hat sich dieser Wert halbiert. Etwa 4,5 % aller Kinder dĂźrfen wegen behĂśrdlichem Beschluss nicht bei ihren Eltern aufwachsen, wobei die Hälfte in Pflegefamilien, die andere Hälfte in Kinderheimen lebt. Die Kriminalität in GrĂśnland Ăźbersteigt die in Skandinavien um ein Vielfaches, wobei die Zahlen fĂźr insbesondere Sexualverbrechen in den letzten Jahren vermutlich aufgrund von Informationskampagnen stark angestiegen sind. Insgesamt gab es 2020 89,6 Strafanzeigen pro 1000 Einwohner, davon 13,1 fĂźr Sexualverbrechen. Die Zahlen fĂźr EinbrĂźche und Diebstähle sind hingegen rĂźckläufig.cite-ref-trap2022-297-305-152-2[136]
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betrug 2021 73,7 Jahre â 76,6 Jahre bei Frauen und 71,0 Jahre bei Männern. Damit belegte GrĂśnland in der Rangliste aller Staaten und Territorien der Welt lediglich den 145. Platz (von 227). In Dänemark und auf den FärĂśern liegt die Lebenserwartung jeweils bei Ăźber 81 Jahren. The World Factbook weist GrĂśnland als das Land mit der hĂśchsten Kapazität an Krankenhausbetten pro Kopf aus (14 Betten pro 1000 Einwohner). Mit 1,87 Ărzten pro 1000 Einwohnern befindet sich GrĂśnland hingegen deutlich unter europäischem Niveau.cite-ref-twf-10-1[9] Es gibt fĂźnf Regionskrankenhäuser in den fĂźnf grĂśĂten Städten, wobei das Dronning Ingrids Hospital in Nuuk zugleich als Landeskrankenhaus fungiert. In den Ăźbrigen Städten gibt es kleinere Krankenhäuser und in den DĂśrfern Krankenstationen, die aber hĂśchstens mit einer Krankenschwester besetzt sind. Telemedizin spielt eine groĂe Rolle. GrĂśnland hat einen starken Ărztemangel, da es trotz der geringen BevĂślkerung Ăźberproportional viele Gesundheitseinrichtungen gibt. Bei 120 Arztstellen und rund 300 Krankenschwesterstellen wurden 2019 trotz 1400 im Gesundheitswesen Beschäftigten ebenso viele neu angestellt.cite-ref-trap2022-297-305-152-3[136]
Je nach Definition litten einer Untersuchung von 2007 zufolge 9 % bzw. 18 % der grĂśnländischen Kinder unter Kinderarmut.cite-ref-155[138] Ăber die Hälfte der BevĂślkerung raucht. Während frĂźher Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache waren, sind es heute Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Suizid, wobei erstere meist aus einem ungesunden Lebensstil resultieren. 77 % der Ăźber 55-Jährigen galten 2018 als chronisch krank.cite-ref-trap2022-297-305-152-4[136]
Postkolonialismus und Ethnonationalismus
In der grĂśnländischen Gesellschaft spielen Postkolonialismus und Ethnonationalismus eine groĂe Rolle. Die Frage nach einer GrĂśnlandisierung der Gesellschaft und stetig wachsender Autonomie bis hin zur Unabhängigkeit ist spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts politisch zentral. Dabei stehen jedoch gesellschaftliches Interesse und politisches Interesse häufig in Kontrast. Bis 1953 war GrĂśnland dänische Kolonie und bis 1979 Teil Dänemarks, seit 1979 autonom mit Hjemmestyre und seit 2009 mit Selvstyre. Seither herrscht die Ăberzeugung, dass der nächste und einzige Ăźbrigbleibende Schritt die staatliche Unabhängigkeit ist, was die politische und gesellschaftliche Debatte im 21. Jahrhundert verschärft hat. Diese wachsende Debatte muss zudem im globalen Kontext politischer Bewegungen fĂźr mehr Rechte fĂźr indigene VĂślker und (mentaler) Dekolonisierung gesehen werden.cite-ref-156[139]
Grundsätzlich ist in GrĂśnland die Meinung verbreitet, dass die Unabhängigkeit das Ziel ist, auf das hingearbeitet werden sollte. Es herrscht jedoch Uneinigkeit darĂźber, wann dies geschehen sollte: Einer Studie von 2018 zufolge wĂźrde je ein Drittel der sofortigen Unabhängigkeit zustimmen, sie ablehnen oder sich nicht sicher sein. Der häufigste Kritikpunkt ist, dass die Unabhängigkeit zu groĂen wirtschaftlichen Problemen fĂźhren wĂźrde, da Dänemark derzeit einen groĂen Teil der grĂśnländischen Ausgaben durch direkte Zahlungen (Bloktilskud) oder Ăbernahme von Aufgaben abfedert. Dies zeigt sich auch darin, dass GrĂśnland seit 2009 kaum Aufgaben im Zuge der Selvstyre von Dänemark Ăźbernommen hat, da dies zu hĂśheren Kosten fĂźhren wĂźrde. Im Falle der Unabhängigkeit wird zudem von vielen eine neue und noch grĂśĂere wirtschaftlichere Abhängigkeit von den USA oder China befĂźrchtet. Deswegen zeigte eine andere Studie, dass nur 11 % eine sofortige Unabhängigkeit im Falle wirtschaftlicher Nachteile unterstĂźtzen wĂźrden, 12 % nur bei leichten Nachteilen, 44 % jedoch gar nicht.cite-ref-157[140]cite-ref-158[141]
Dennoch herrschen ambivalente Haltungen zum Verhältnis zu Dänemark in der Gesellschaft: In Kunst und Kultur zeigt sich häufig starke ethnisch basierte Abgrenzung.cite-ref-159[142] In der Politik werden häufig SchuldvorwĂźrfe gegenĂźber Dänemark laut, die die politische Zusammenarbeit auf die Probe stellen.cite-ref-160[143] Besonders fĂźr die junge Generation spielt der Aufstand und Aktivismus gegen die immer noch bestehenden postkolonialen Machtkonstrukte zwischen GrĂśnländern und Dänen bzw. GrĂśnland und Dänemark in der Gesellschaft eine groĂe Rolle.cite-ref-161[144]
Kultur
Kunst
Die Inuit kannten keine Kunst im westlichen Sinne. Präkoloniale Werke wie Schnitzereien und Tätowierungen dienten einem hÜheren Zweck innerhalb des Glaubens oder der Dekoration von Gebrauchsgegenständen. Ein eigentlicher Kunstbegriff entstand erst durch europäische Einflßsse. Mathias Ferslew Dalager, Sohn eines Kolonialverwalters, war Ende des 18. Jahrhunderts der erste GrÜnländer mit einer Kunstausbildung. Eine eigene grÜnländische Kunst entwickelte sich jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts, geprägt von Personen wie Aron von Kangeq und Jens Kreutzmann, die aufgefordert von Hinrich Johannes Rink als Illustratoren tätig waren, die mit naivem Stil grÜnländische Alltagssituationen und Sagen und Mythen wiedergaben. Ende des 19. Jahrhunderts entstand das grÜnländische Kunsthandwerk, anfangs vor allem geprägt von Johannes Kreutzmann. Neben der Weiterentwicklung des Kunsthandwerks entstand Anfang des 20. Jahrhunderts die Landschaftsmalerei, deren bekannteste Vertreter Lars und Stephen Møller sowie Otto und Peter Rosing waren. Der nächsten Generation gehÜrten Hans Lynge, Jens Rosing, Kâle Rosing und später Thue Christiansen und Kristian Olsen an, die vor allem die Grafik revolutionierten. Ab den 1960er Jahren entstand eine neue Kunstrichtung, die vom Postkolonialismus geprägt das traditionelle GrÜnländische in der Kunst darzustellen versucht und sich auf kßnstlerische Weise politisch und gesellschaftskritisch mit der Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen will. In dieser Zeit begannen Frauen zu den Hauptrepräsentantinnen der grÜnländischen Kunst zu werden. Die wohl bekannteste zeitgenÜssische grÜnländische Kßnstlerin ist Aka Høegh. Sie wurde wie viele andere ihrer Generation von der Dänin Bodil Kaalund geprägt, die die Kunstszene in GrÜnland entscheidend gefÜrdert hat. Insgesamt sind heutzutage rund 25 GrÜnländer hauptberuflich als Kßnstler aktiv.cite-ref-trap2022-196-202-162-0[145]cite-ref-nc-163-0[146]
Der Tupilak ist ein typisch grÜnländisches Kunstwerk. Es handelt sich um eine aus Knochen, Elfenbein, Stein oder Holz geschnitzte groteske Figur, die ursprßnglich eine Rolle innerhalb des inuitischen Schamanismus innehatte, ab 1905 jedoch von OstgrÜnland ausgehend zum reinen Kunstobjekt und heutigen Souvenir geworden ist.cite-ref-164[147]
Neben grÜnländischen Kßnstlern war GrÜnland ein wichtiges Motiv fßr zahlreiche vor allem dänische Kßnstler, die sich während der Kolonialzeit in GrÜnland aufhielten. Zu diesen GrÜnlandsmalern (dänisch Grønlandsmalere) gehÜrten beispielsweise Aage Gitz-Johansen, Jens Erik Carl Rasmussen und Emanuel A. Petersen.cite-ref-165[148]
In Nuuk gibt es eine Kunstschule, die bedeutend fĂźr die grĂśnländische Kunst ist. Daneben gibt es mit dem Nuuk-Kunstmuseum und dem Ilulissat-Kunstmuseum zwei Kunstmuseen im Land. Daneben sind auch Werke im Kulturhaus Katuaq in Nuuk ausgestellt. GrĂśnländische Kunst wird zudem regelmäĂig in Dänemark, bspw. in De Grønlandske Huse präsentiert.cite-ref-trap2022-196-202-162-1[145]cite-ref-nc-163-1[146]
Kleidung
Bevor die Inuit Kontakt mit Europäern hatten, bestand ihre Kleidung aus den Fellen der erlegten Tiere und diente dazu, die eisigen arktischen Temperaturen zu Ăźberleben. Bereits vor Beginn der Kolonialisierung durch Dänemark erhielten die GrĂśnländer durch Tauschhandel mit Walfängern Zugang zu europäischen Materialien wie Stoffen und Perlen, die verstärkt in die eigene Kleidung integriert wurden. Während der Kolonialzeit stieg die VerfĂźgbarkeit dieser weiter an und der Gebrauch resultierte in der Kreierung der typischen westgrĂśnländischen Tracht. Männer tragen einen weiĂen Anorak, schwarze Stoffhosen und schwarze Schuhe oder Kamiit. Die Frauentracht ist deutlich auffälliger und besteht aus bunt gemusterten Kamiit, dekorierten Hosen aus Robbenfell, einem meist roten ebenfalls verzierten Anorak und einem aus Zehntausenden bunten Perlen bestehenden Kragen, der den halben OberkĂśrper bedeckt. Die traditionellen Trachten in Nord- und OstgrĂśnland unterscheiden sich durch ihre geringere Dekoration, da Perlen mangels Tauschhandel traditionell nicht verfĂźgbar waren. Heute wird die Nationaltracht nur noch zu besonderen Anlässen getragen, aber die Muster und andere nationale Symbole Ăźben einen starken Einfluss auf das Design zeitgemäĂer Kleidung aus.cite-ref-166[149]cite-ref-167[150]cite-ref-168[151]cite-ref-169[152]
Musik
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Hauptartikel
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GrÜnländische Musik
Die grÜnländische Musik hat ihre Ursprßnge im traditionellen Trommeltanz (Inngerutit) der Inuit. Dazu wurde eine runde Trommel (Qilaat) in Form eines mit Robben- oder Hundehaut bezogenen Rahmens aus Treibholz oder Walrossrippen benutzt. Getrommelt wurde nicht auf die Membran, sondern mit einem Stock von unten auf den Rahmen. Dazu wurden einfache Melodien gesungen. Der Trommeltanz erfßllte frßher drei soziale Funktionen: Sie war einerseits das Rechtsinstrument der Inuit. Streitigkeiten wurden bei einem Gesangsduell ausgetragen und beigelegt. Dabei versuchte man, den Anderen so lächerlich wie mÜglich zu machen. Die Zuschauer drßckten durch ihr Lachen aus, wer der Gewinner und wer somit der Schuldige ist. Die Trommel konnte auch von Schamanen fßr rituelle GeisterbeschwÜrungen eingesetzt werden. Daneben hatte der Trommeltanz auch eine reine Unterhaltungsfunktion.cite-ref-170[153]
Nach der Ankunft der Missionare im 18. Jahrhundert wurde der Trommeltanz als heidnisch-schamanistisch verboten und durch mehrstimmigen Gesang von Kirchenliedern (Tussiutit) verdrängt. Einen besonders starken Einfluss hatte dabei die Herrnhuter Brßdergemeine. Niederländische, deutsche und schottische Walfänger brachten ab dem 17. Jahrhundert die Fidel, das Akkordeon und die Polka (Kalattuut) nach GrÜnland, wo sie heute zu komplizierten Tanzschritten gespielt werden. Die grÜnländische Musik ist bis heute stark von religiÜser Musik und Chorgesang geprägt, zu deren berßhmtesten Vertretern seit dem 19. Jahrhundert Rasmus Berthelsen, Josva Kleist, Jakob II Egede und Johan Kleist gehÜren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich in GrĂśnland mit der Vaigat-Musik mit Zentrum in Qullissat eine westliche Musikkultur zu entwickeln, die anfangs vor allem von US-amerikanischer Countrymusik geprägt war und vor allem Gitarre und Akkordeon als Instrumente nutzte. In den 1960er Jahren war Rock ânâ Roll populär. In den 1970er Jahren wurde von Per Berthelsen und Malik Høegh die Rockband SumĂŠ gebildet, die die erste grĂśnländische LP herausbrachten und groĂen politischen Einfluss auf die Autonomiebewegung hatten. Seither wird die grĂśnländische Musikszene vor allem von Rockmusik und Hip-Hop geprägt, in geringerem Grad auch Volksmusik, Popmusik, Metal und Techno. Zu den bedeutendsten Musikern und Bands der jĂźngeren grĂśnländischen Musikgeschichte gehĂśren Rasmus Lyberth, Juaaka Lyberth, Ulf Fleischer, Ole Kristiansen, Nuuk Posse, Nanook und Josef Tarrak-Petrussen. Daneben versuchen sich Musiker wie Angu Motzfeldt, Julie Berthelsen, Nive Nielsen und Small Time Giants durch englischsprachige Musik auch im Ausland zu vermarkten.cite-ref-171[154]cite-ref-172[155]
Theater und Film
Schauspiel spielte in der grÜnländischen Kultur eine wichtige Rolle, vor allem in Form von Maskentanz. Bereits im 19. Jahrhundert wurden in GrÜnland europäische Theaterstßcke als Amateurtheater aufgefßhrt. Ab den 1930er Jahren entstanden die ersten grÜnländischen Theaterstßcke, die von Hans Lynge und Pavia Petersen verfasst wurden. 1975 wurde in Dänemark das Tuukkaq Teatret gegrßndet und 1984 in GrÜnland von dessen Mitgliedern die Theatergruppe Silamiut, aus der 2011 das GrÜnländische Nationaltheater hervorging. Daneben gibt es in GrÜnland verschiedene Amateurtheatergruppen. Die grÜnländische Theaterszene ist stark von der traditionellen Kultur und ihren Ausdrucksweisen geprägt. Die bedeutendste Theaterschauspielerin GrÜnlands ist Makka Kleist.cite-ref-173[156]
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Hauptartikel
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GrÜnländischer Film
Im 20. Jahrhundert war GrĂśnland wie in der Malerei auch ein beliebtes Motiv fĂźr Filmschaffende, wobei Ăźblicherweise die Exotik der grĂśnländischen Natur und Kultur im Zentrum stand. Bedeutende Filme aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Das Eskimobaby (deutsch, 1918), Eskimo (dänisch-norwegisch, 1930) und Palos Brautfahrt (dänisch, 1934). Ersterer wurde nicht in GrĂśnland gedreht und nutzte verkleidete europäische Darsteller, zweiterer wurde in GrĂśnland gedreht, nutzte aber grĂśnländische Darsteller nur fĂźr Komparsenrollen, während letzterer ausschlieĂlich auf grĂśnländische Laiendarsteller zurĂźckgriff. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche dänische Dokumentarfilme Ăźber GrĂśnland gedreht, wobei der bedeutendste Regisseur hierbei Jørgen Roos war. Ab den 1980er Jahren wurden GrĂśnländer mehr und mehr in die Filmproduktion in GrĂśnland miteinbezogen, wodurch Filme wie Tukuma (1983) und Lysets hjerte (1998) entstanden. Nach einigen grĂśnländischen Kurzfilmen entstanden erst 2009 mit Hinnarik Sinnattunilu und Nuummioq die beiden ersten rein grĂśnländischen Spielfilme von Bedeutung. Seither erscheint in GrĂśnland etwa ein Spielfilm pro Jahr, wobei vermehrt auf nationalkulturellen Fokus verzichtet wird. Es wird versucht, die grĂśnländische Filmindustrie zu professionalisieren.cite-ref-174[157]
Siehe auch
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Liste grÜnländischer Filme
Literatur
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Hauptartikel
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GrÜnländische Literatur
Mangels Schriftsprache hatten die Inuit keine eigentliche Literatur, allerdings wurden unzählige Sagen und Mythen mßndlich tradiert. Die wurden im 19. Jahrhundert vor allem von Hinrich Johannes Rink in WestgrÜnland und im frßhen 20. Jahrhundert von Knud Rasmussen in NordgrÜnland gesammelt und konserviert.
Ebenso wie die Musik war auch die grĂśnländische Literatur im 19. Jahrhundert stark von der christlichen Kirchenlieddichtung beeinflusst. Von groĂer Bedeutung waren hierbei Rasmus Berthelsen, Henrik Lund und Jonathan Petersen.
1914 erschien mit Singnagtugaĸ (âEin Traumâ) von Mathias Storch der erste grĂśnländische Roman, der ebenso wie Augo Lynges Ukiut 300-nngornerat (â300 Jahre späterâ) von 1931 ein utopisches freies GrĂśnland in ferner Zukunft (2105 bei Mathias Storch, 2021 bei Augo Lynge) präsentiert. Beide waren auch politisch aktiv. Die Mitte des 20. Jahrhunderts war von Frederik Nielsen, Pavia Petersen und Hans Lynge dominiert, deren Romane sich ebenfalls mit Kolonisationsproblematiken sowie mit traditioneller Kultur beschäftigten. Etwas mehr Fokus auf letzterer haben die Werke der nächsten Generation aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zu deren Hauptvertretern Otto Rosing, Villads Villadsen, Otto Sandgreen und Ole Brandt gehĂśren.
Ab den 1970er Jahren bildete sich in der postkolonialen Phase eine stark politisierte Literaturrichtung, von deren Hauptvertretern viele wie Moses Olsen und Aqqaluk Lynge auch zu den bedeutendsten Politikern des Landes gehÜrten. Andere Vertreter waren Kristian Olsen und Hans Anthon Lynge. In Romanen und Dichten wird deutlich die Danifizierung des postkolonialen GrÜnlands kritisiert und mehr Autonomie gefordert. Gemeinsam mit Ole Korneliussen prägte Hans Anthon Lynge das späte 20. Jahrhundert in der grÜnländischen Literatur.
Im späten 20. Jahrhundert begannen auch grÜnländische Frauen zu schreiben. 1981 verÜffentlichte Maaliaaraq VebÌk den ersten von einer GrÜnländerin geschriebenen Roman und 1988 gab Mariane Petersen die erste Gedichtsammlung einer GrÜnländerin heraus. Während die Literatur in jßngerer Zeit gegenßber anderen Ausdrucksformen an Bedeutung verloren hat, entsteht seit den 2010er Jahren eine neue Generation, die sich mit grÜnländischen Identitäts- und Gesellschaftsproblemen beschäftigt. Als bedeutendste Schriftstellerin dieser Generation gilt derzeit Niviaq Korneliussen.cite-ref-175[158]cite-ref-176[159]
KĂźche
Bei den Inuit war Fleisch nahezu die einzige verfßgbare Nahrungsquelle, was sich noch heute in der grÜnländischen Kßche widerspiegelt. Die meisten in GrÜnland lebenden Tiere fungieren auch heute noch als Nahrungsmittel. Zu den bedeutendsten Fleischlieferanten gehÜren Robbenfleisch, Rentier, Moschusochse, Lammfleisch, Walfleisch, Vogelfleisch und aus dem Meer Garnelen und zahlreiche Speisefische wie Forelle, Lachs, Rotbarsch und Heilbutt. Sowohl Fleisch als auch Fisch werden häufig zu Trockenfleisch und Trockenfisch getrocknet. Typisch grÜnländisch ist Mattak, meist roh gegessene Walhaut mit Speckschicht. In GrÜnland wachsen einige essbare Pflanzen. Vor allem Schwarze Krähenbeeren und Rauschbeeren sowie Arznei-Engelwurz. Daneben werden Rhabarber, Kartoffeln und verschiedene Rßben in GrÜnland angebaut und gegessen. Als GrÜnländisches Nationalgericht gilt Suaasat, eine Suppe auf Graupen- oder Reisbasis mit beliebigem Fleisch, meist Robbe, Rentier oder Lamm, und Zwiebeln.cite-ref-trap2022-163-164-177-0[160]cite-ref-178[161]cite-ref-179[162]
GrĂśnländisches Essen wird als Kalaalimerngit/Kalaalimernit bezeichnet und meist selbst gejagt oder von Jägern auf lokalen Märkten (auf Dänisch BrĂŚttet âBrettâ, auf GrĂśnländisch Kalaalimineerniarfik âWo Kalaalimerngit verkauft werdenâ) verkauft. Im Handel sind europäische Lebensmittel wie GemĂźse oder Rind- und Schweinefleisch verfĂźgbar, die aber aufgrund von Importkosten und ZĂśllen deutlich teurer sind. Das Preisniveau fĂźr Lebensmittel liegt durchschnittlich etwa 50 % Ăźber dem dänischen.cite-ref-180[163]
Architektur
â
Hauptartikel
:
Architektur in GrĂśnland
Die grÜnländische Architektur hat sich in den letzten Jahrhunderten mehrfach radikal verändert. Verschiedene archäologisch ßberlieferte steinzeitliche Haustypen waren in GrÜnland zu Beginn der Kolonialzeit im 18. Jahrhundert ßberliefert. Es handelte sich um Torfmauerhäuser, flache kleine Steingebäude fßr eine oder mehrere Familien, deren Wände mit Torf versiegelt waren und deren Dach meist aus Treibholz und Robbenfell bestand, das dann ebenfalls mit Steinen und Torf abgedeckt wurde.cite-ref-trap2022-185-195-181-0[164]
Die Europäer errichteten in den Kolonien Holzhäuser nach norwegischem Vorbild, die anfangs als Stockwerkhaus, ab dem 19. Jahrhundert als Fachwerkhaus errichtet wurden. Sie dienten als Wohnhäuser fĂźr die Angestellten und beispielsweise als Kirchengebäude. Die europäische Baukultur hatte auch starken Einfluss auf die grĂśnländischen Torfmauerhäuser, sodass sich ein Mischtyp bildete, bei dem das Innere der Gebäude sowie das Dach mit Holz verkleidet wurden und lediglich die AuĂenwände weiterhin aus Torfmauern bestanden. Eine weitere Weiterentwicklung war der Gebrauch nur von Stein, der in groĂen Steinhäusern resultierte, die fĂźr Handelszwecke, vor allem als Lager benutzt wurden.cite-ref-trap2022-185-195-181-1[164]
Bis ins 20. Jahrhundert lebte die grĂśnländische BevĂślkerung zu groĂen Teilen in Torfmauerhäusern, bevor diese im Zuge der Modernisierung auĂer Gebrauch gerieten. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich zwei Architekturrichtungen: Die Selbstbauerhäuser sind Holzhäuser, die mit geringem architektonischem Geschick als EinzelstĂźcke von den Bewohnern selbst errichtet wurden. Auf der anderen Seite stand das ArchitekturbĂźro von Grønlands Tekniske Organisation fĂźr die Massenproduktion von Typhäusern, wodurch in vielen Städten ganze StraĂenzĂźge aus gleichartigen Häusern entstanden. Ab den 1960er Jahren entstanden in vielen Städten Reihenhäuser und WohnblĂścke wie Blok P, um den rasant wachsenden Wohnungsbedarf der mehr und mehr urbanisierten BevĂślkerung zu decken. Im 21. Jahrhundert werden in Nuuk primär Hochhäuser errichtet, um den explodierenden Wohnungsbedarf der Hauptstadt zu decken. Viele Stadtwohnungen sind in kommunalem Besitz, da die Mobilität groĂ ist und die BevĂślkerung somit meist nur wenige Jahre an einem Ort wohnen bleibt, jährlich ziehen 40 % um. Ein groĂer Teil der älteren Einfamilienhäuser und Wohnblocks, vor allem der kommunalen, ist stark renovierungsbedĂźrftig.cite-ref-182[165]cite-ref-trap2022-185-195-181-2[164]
Sport
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Hauptartikel
:
Sport in GrĂśnland
Ab 1933 entwickelte sich das grÜnländische Sportwesen mit der Grßndung von ersten Sportvereinen. 1953 wurde mit Grønlands IdrÌtsforbund (GIF) der grÜnländische Sportverband gegrßndet, der heutzutage ßber 9000 aktive Mitglieder hat, die in rund 130 Vereinen in neun Unterverbänden organisiert sind. GrÜnland hat sich zum Ziel gesetzt, 2030 das sportlich aktivste Land der Welt zu sein.cite-ref-183[166]
Zu den beliebtesten Sportarten in GrĂśnland gehĂśren FuĂball, Handball, Badminton, Tischtennis, Skisport und Kampfsport. Dazu kommen als typisch arktische Sportarten Hundeschlittensport, Kajaksport und traditionelle Inuitwettkämpfe, die häufig auf Stärke und Geschicklichkeit basieren. In GrĂśnland gibt es mehrere Marathons und Extremsportwettbewerbe. Der bekannteste in GrĂśnland ausgetragene Wettbewerb ist das Arctic Circle Race.cite-ref-184[167]
GrĂśnland nimmt regelmäĂig an den Island Games und den Arctic Winter Games teil. Dazu konnten sich grĂśnländische Handballnationalmannschaften mehrfach fĂźr Weltmeisterschaften qualifizieren. In vielen Sportarten wie FuĂball oder Badminton ist GrĂśnland kein unabhängiger Verband, sondern als Teil Dänemarks in internationalen Wettbewerben nicht teilnahmeberechtigt. Mehrere grĂśnländische Sportler haben fĂźr Dänemark an den Olympischen Spielen (vor allem den Winterspielen) teilgenommen.cite-ref-185[168]
Siehe auch
Literatur
Historische Landesbeschreibungen
⢠David Cranz: Historie von GrÜnland. Heinrich Detlef Ebers, Barby 1765 (Digitalisierte Version).
⢠Hinrich Johannes Rink: GrĂśnland geographisch und statistisch beschrieben. J. G. Cottaâscher Verlag, Stuttgart 1860 (Digitalisierte Version in der Google-Buchsuche).
⢠Georg Carl Amdrup, Louis BobÊ, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60/61). C. A. Reitzel, Kopenhagen 1921 (Erster Band, Zweiter Band).
⢠Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, Kopenhagen 1970, ISBN 87-12-88316-6.
Moderne Ăbersichtswerke
⢠Bjarne Holm Jakobsen: Topografisk Atlas Grønland (= Atlas over Danmark. Band 6). C. A. Reitzels Forlag, Kopenhagen 2000, ISBN 87-87945-44-4.
⢠Axel KjÌr Sørensen: Denmark-Greenland in the twentieth century (= Meddelelser om Grønland. Band 341). Museum Tusculanum Press, Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-3070-5 (Online [PDF]).
⢠Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5.
⢠Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4.
⢠Sabine Barth: GrÜnland. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7701-7398-3.
Weblinks
Commons
: GrĂśnland
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: GrĂśnland
â ReisefĂźhrer
Wikisource: GrĂśnland
â Quellen und Volltexte
Wiktionary: GrĂśnland
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Atlas: GrĂśnland â geographische und historische Karten bei Wikimedia Commons
⢠Literatur ßber GrÜnland im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
⢠Küre Hendriksen, Inge Seiding, Bo Elberling: Grønland. Danmarks Nationalleksikon.
⢠GrÜnland. The World Factbook.
⢠Offizielle Website. grÜnländische Regierung.
⢠Offizielle Website. Visit Greenland.
⢠Offizielle Website. Grønlands Statistik.
⢠Offizielle Karte GrÜnlands. Asiaq.
Einzelnachweise
cite-note-11. Einwohnerzahl ab 1977. Grønlands Statistik.
cite-note-bip-22. Bruttoinlandsprodukt ab 2003. Grønlands Statistik. (Umrechnungskurs nach [1]).
cite-note-44. â Michael Fortescue, Steven Jacobson, Lawrence Kaplan: Comparative Eskimo Dictionary with Aleut Cognates. 2. Auflage. Alaska Native Language Center, Fairbanks 2010, ISBN 978-1-55500-109-4, S. 167.
cite-note-66. â Inge Kleivan: Et sprogligt perspektiv pĂĽ grønlandsk identitet: Hvad kaldes grønlĂŚndere pĂĽ dansk. In: Ole Høiris, Ole Marquardt (Hrsg.): Fra vild til verdensborger. Gronlandsk identitet fra kolonitiden til nutidens globalitet. Aarhus Universitetsforlag, Aarhus 2011, ISBN 978-87-7124-492-2, S. 552 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
2. Børge Fristrup: Beliggenhed og areal. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6.
cite-note-trap2022-11-98. â Indledning. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 11.
cite-note-twf-109. â GrĂśnland. The World Factbook.
cite-note-1210. â Bo Elberling: Natur og Landskab. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 20.
cite-note-trap2022-58-64-1411. â Mads Peter Heide-Jørgensen: Havet og fjordene. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 58â64.
cite-note-trap2022-53-58-1512. â Kirsten S. Christoffersen, Sille M. Myreng, Ole Geertz-Hansen: De ferske vande. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 53â58.
cite-note-1613. â Aart Kroon, Verner B. Ernstsen: Kyster. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 64â70.
cite-note-trap2022-26-30-1714. â Dorthe Dahl-Jensen: Natur og Landskab. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 26â30.
cite-note-1815. â Helmholtz-Zentrum Potsdam â Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ): Woher kommt das Eis auf GrĂśnland? Scinexx (7. Januar 2015).
cite-note-neuelandkarte-1916. â Christoph Seidler: Neue Landkarte: So sieht GrĂśnland unter dem Eis aus. Spiegel Online (20. Dezember 2017).
cite-note-2017. â Betsy Mason: Mapping the Hidden Worlds Beneath Greenlandâs Ice. nationalgeographic.com (4. August 2016).
cite-note-2219. â Malcolm McMillan et al.: A high-resolution record of Greenland mass balance. In: Geophysical Research Letters. Band 43, Nr. 13, 2016, doi:10.1002/2016GL069666.
cite-note-2320. â JĂŠrĂŠmie Mouginot, Eric Rignot u. a.: Forty-six years of Greenland Ice Sheet mass balance from 1972 to 2018. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 116, Nr. 19, 2019, doi:10.1073/pnas.1904242116.
cite-note-nh-2421. â Niels Henriksen: Grønland â geologi. Danmarks Nationalleksikon.
cite-note-trap2022-30-41-2522. â Minik Rosing: Geologi. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 30â41.
cite-note-trap2022-20-26-3027. â Andreas Westergaard-Nielsen, Jakob Abermann: Klima. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 20â26.
cite-note-3330. â Ingolf Seestoft: Vejr- og klimaforhold. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 78 f.
cite-note-3431. â Pie Barfod: Statistik og økonomi. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 120.
cite-note-3532. â Ottmar Edenhofer, Susanne Kadner, Jan Minx: Ist das Zwei-Grad-Ziel wĂźnschenswert und ist es noch erreichtbar? Der Beitrag der Wissenschaft zu einer politischen Debatte. In: Jochem Marotzke, Martin Stratmann (Hrsg.): Die Zukunft des Klimas. Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen. Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft. Beck, MĂźnchen 2015, ISBN 978-3-406-66968-2, S. 75.
cite-note-3633. â Wie Schnee und Eis auf GrĂśnland verschwinden. Der Tagesspiegel (7. März 2019).
3. Tyge W. BÜcher: PlantevÌkst. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6.
cite-note-trap2022-45-52-3935. â Elmer Topp-Jørgensen, Tom Christensen, Katrine Raundrup: Flora og fauna pĂĽ land. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 45â52.
cite-note-4136. â Bundesanstalt fĂźr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR): Fossiler Wald in der Arktis entdeckt. Scinexx (8. November 2018).
cite-note-4237. â GrĂśnland: Uralt-DNA weist Wald nach. Focus Online (12. November 2013).
cite-note-4338. â 800.000 Jahre altes Erbgut: GrĂśnland war GrĂźnland. Spiegel Online (6. Juli 2007).
cite-note-4540. â Elmer Topp-Jørgensen, Tom Christensen, Katrine Raundrup: Biodiversitet og naturforvaltning. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 75â83.
4. Christian Vibe: Dyreverdenen. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6.
cite-note-5142. â Peter R. Møller, Jørgen G. Nielsen, Steen W. Knudsen, Jan Y. Poulsen, Kaj SĂźnksen, Ole A Jørgensen (2010): A checklist of the fish fauna of Greenland waters. Zootaxa 2378: 1-84. doi:10.11646/zootaxa.2378.1.1 (open access)
cite-note-5243. â Svend Aage Horsted: Fisk og Fiskerierhverv. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 176â183.
cite-note-5344. â Angaben zur Entomofauna nach: Jens BĂścher, Niels P. Kristensen, Thomas Pape Lars Vilhelmsen (Hrsg.): The Greenland Entomofauna. An Identification Manual of Insects, Spiders and Their Allies (Fauna Entomologica Scandinavica Vol. 44). Brill, Leiden & Boston 2015. ISBN 978-90-04-25640-8.
cite-note-trap2022-245-265-5445. â Rasmus Leander Nielsen, Ulrik Pram Gad, Miillaaraq Lennert, Annemette Nyborg Lauritsen, Sophie Rud: Selvstyret. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 245â265.
cite-note-5546. â Einwohnerzahlen der Kommunen und Distrikte 2025. Grønlands Statistik.
cite-note-trap2022-265-272-5647. â Birger Poppel, Mariekathrine Poppel: Befolkning og demografi. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 265â272.
cite-note-5748. â Einwohnerzahlen 2025. Grønlands Statistik.
cite-note-5849. â BevĂślkerung nach Geburtsland 2025. Grønlands Statistik.
cite-note-staatsb-rgerschaft-5950. â StaatsbĂźrgerschaften 2025. Grønlands Statistik.
cite-note-6152. â Heiko F. Marten: Sprachenpolitik â Eine EinfĂźhrung. Narr Francke Attempto Verlag, TĂźbingen 2016, ISBN 978-3-8233-6493-1, S. 84.
cite-note-6253. â Bo Wagner Sørensen: Grønland â befolkning og etnografi. Danmarks Nationalleksikon.
cite-note-6354. â Mark Ruttall (Hrsg.): Encyclopedia of the Arctic. Band 1. Routledge, New York/London, ISBN 1-57958-436-5, S. 780.
cite-note-6455. â Genographic Project / Reference Populations â Geno 2.0 Next Generation (Greenland Inuit). (Memento vom 4. Dezember 2016 im Internet Archive) genographic.nationalgeographic.com (archiviert).
cite-note-6556. â Ida Moltke u. a.: Greenlandic Population. In: The American Journal of Human Genetics. Band 96, 2015, S. 54â69 (Uncovering the Genetic History of the Present-Day Online [PDF]).
cite-note-trap2022-147-149-6657. â Lisathe Møller: Sprog. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 147â149.
cite-note-6758. â Katti Frederiksen, Carl Christian Olsen: Det grønlandske sprog i dag. Hrsg.: Naalakkersuisut. 2017 (Online, archiviert [PDF]).
cite-note-6859. â Svend Kolte: Kalaallit Oqaasii â Det Grønlandske Sprog. In: Inuit, kultur og samfund: en grundbog i eskimologi. Systime, Aarhus 1999, ISBN 87-616-0038-5, S. 86 ff.
cite-note-6960. â GrĂśnland (Memento des Originals vom 30. Juli 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bonifatiuswerk.de auf der Webseite des Bonifatiuswerkes, abgerufen am 28. Juni 2018.
cite-note-trap2022-178-185-7061. â Flemming A. J. Nielsen: Religion og trossamfund. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 178â185.
cite-note-7162. â Anne Ringgaard: GrønlĂŚnderne tror bĂĽde pĂĽ Gud og spøgelser. Kristeligt Dagblad (4. August 2016).
cite-note-forhistorie-7364. â Asta Mønsted, Hans Christian Gulløv: Grønland â forhistorie. Danmarks Nationalleksikon.
cite-note-7465. â Mari Kleist: PalĂŚo-Inuit. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 87â94.
cite-note-trap2022-94-102-7566. â Christian Koch Madsen, Jette Arneborg: Nordboerne. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 94â102.
cite-note-trap2022-102-113-7667. â Christian Koch Madsen, Jette Arneborg: Inuit-kulturen, før-kolonitid. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 102â113.
cite-note-7768. â Jette Arneborg: Det norrøne Grønland. Danmarks Nationalleksikon.
cite-note-7869. â Hans Christian Gulløv, Peter A. Toft: Den førkoloniale tid. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 16â43.
cite-note-7970. â Søren Thuesen, Hans Christian Gulløv, Inge Seiding, Peter A. Toft: Erfaringer, ekspansion og konsolidering 1781â82. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 46â107.
cite-note-trap2022-113-123-8071. â Marianne Jensen: Kolonitiden frem til krigsĂĽrene. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 113â123.
cite-note-8172. â Inge Seiding, Ole Marquardt, Peter A. Toft, Niels H. Frandsen: Nye livsvilkĂĽr 1782â1845. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 110â169.
cite-note-8273. â Ole Marquardt, Inge Seiding, Niels H. Frandsen, Søren Thuesen: Koloniale strategier i en ny samfundsorden 1845â1904. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 172â235.
cite-note-8374. â Søren Rud: Grønland til debat 1905â39. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 238â279.
cite-note-8475. â Andreas RĂźesch: GrĂśnland kaufen? Diese Idee hatte lange vor Trump schon ein anderer Präsident â ausgerechnet ein Demokrat. Neue ZĂźrcher Zeitung (10. Januar 2025).
cite-note-8576. â Jens Heinrich: Krig og afkolonisering 1939â53. In: Hans Christian Gulløv (Hrsg.): Grønland. Den arktiske koloni (= Danmark og kolonierne). Gads Forlag, Kopenhagen 2017, ISBN 978-87-12-04955-5, S. 282â317.
cite-note-trap2022-123-134-8677. â Jens Heinrich, Vivi Noahsen, Einar Lund Jensen: KrigsĂĽrene og den efterfølgende afkolonisering. In: Niels Elers Koch (Hrsg.): Grønland (= Trap Grønland [Trap Danmark]. 6. Udgave. Band 36). Trap Danmark / Gads Forlag, Hørsholm/Kopenhagen 2022, ISBN 978-87-7181-505-4, S. 123â134.
cite-note-8778. â Sofie Dongs: Dänemark bittet GrĂśnländerinnen um Entschuldigung. tagesschau.de (27. August 2025).
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70-40coordinatesKoordinaten: 70° 0ⲠN, 40° 0ⲠW